Ein Wochenende, von dem man noch Jahre zehren wird

 

Es war zu erwarten, dass das vergangene Wochenede ein absolutes Highlight werden würde. Mit den richtigen Menschen unterwegs, Live-Musik, Sonne, Meer. Da blieb kein Wunsch mehr offen und das alles garniert mit einem Sahnestückchen. Doch was war los?

In Jamel startete zum zehnten mal das Festival für Demokratie und Toleranz „Rock den Förster“. Das Dorf wurde spätestens durch die Doku von Michel Abdollahi bekannt, der sich für vier Wochen in eine Blockhütte Tür an Tür mit den Nazis des Dorfes zog, welches ansonsten nur von dem Ehepaar Lohmeyer bewohnt wird, welches das Festival gegen das braune Gesindel ausrichtet. Zudem ist letztes Jahr die Scheune der Lohmeyers abgebrannt (worden), was Die Toten Hosen zum Anlass nahmen, das Festival mit ihrem Besuch spontan zu unterstützen. Dieses Jahr gab es den Forstrock bereits zum 10. Mal und ich wir waren dabei!

Der schlaffe Preis von nur 25 Euro für beide Tage plus Camping wurde durch einen netten Herren noch getopt, der uns seine Karten für 20 Euro überließ. So ging es natürlich schon perfekt los! Mit ihm haben wir uns dann auch dort getroffen und zumindest noch ein Bier zusammen getrunken. Die 520 km Fahrt nach Jamel waren zwar anstrengend, der 7-stündige stockende Verkehr jedoch spätestens ab da vergessen. Ein Dankeschön an die vielen tollen Menschen, die man dort kennenlernen konnte, an die tolle Musik, den Mut von Birgit und Horst Lohmeyer und auch die Arbeit der Polizei. Man hat sich zu jedem Zeitpunkt sicher gefühlt, auch wenn immer mal ein mulmiges Gefühl zum Vorschein kam, wenn man über die Wiese zum „Nazi-Hauptquartier“ geblickt hat.

Dann kam die Musik… wahnsinn! Lasst mich als Beispiel Madsen nennen, die ich zwei Wochen vorher bereits auf dem Open Flair erleben durfte. Ich hatte damals solche Lust diese Band richtig zu feiern, hab es auch getan, aber so ganz ist der Funke nicht übergesprungen. Der Auftritt beim Forstrock war komplett anders! Selbst wenn man ganz hinten stand, konnte man einen perfekten Blick auf die Bühne genießen, da das Gelände leicht abschüssig ist. Und Madsen war hier ein wirklicher Abriss, ich habe gefeiert, getanzt, mitgesungen und im Kreis gestrahlt. Man ist bei einem kleinen Festival einfach näher dabei. Zudem haben alle Besucher eine Intention: GEGEN NAZIS! Selbst Bands, die ich vorher nicht kannte – ich denke an Tequila and the Sunrise Gang – haben mich nach zwei Tagen feiern und müden Gliedern noch zum Tanzen bewegt.

Doch mein persönliches Highlight war natürlich Bela B. Jedoch nicht nur er, dazu komme ich später. Die ersten Lieder mit seiner Big Band haben wir von weiter hinten angeschaut, doch später hat es uns nochmal nach vorne gezogen. Da sahen wir neben der Bühne Farin und wollten es schon nicht glauben. Da man aber weiß, wie er sich engagiert, freuten wir uns einfach darüber, dass er ohne Auftritt einfach anwesend war. Bis DER Moment kam, als nach Madsen auf einmal erneut Bela die Bühne betrat. Und dann waren da auf einmal Farin und Rod, mein Adrenalinpegel war kurz vorm Zerbersten, als die ersten Akkorde von „Schrei nach Liebe“ erklangen. Irgendwo hier habe ich auch zwischen den Arschloch-Rufen meine Stimme verloren, was es absolut wert war. Mein Freudentaumel war kaum noch auszuhalten und sollte dennoch ein weiteres Mal getoppt werden.

Wir standen am Bierpils um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufrischen, als dort plötzlich Bela auftauchte. So nah hatte ich ihn nun wirklich noch nie gesehen und als ein mutiger Kerl ohne Konsequenzen zwischen die Absperrung zu ihm gelaufen ist, war uns klar: Hinterher! Da standen wir nun, bei Bela, haben kurz gequatscht und ein Foto gemacht, bevor ich der Ohnmacht nahe war. Keine Ahnung was in dem Moment so alles passiert ist, für mich blieb die Welt einen Augenblick stehen. Ich kann es mit Abstand betrachtet immer noch kaum glauben, was wir an diesem Abend erleben durften.

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Nachdem wir am zweiten Tag noch von einem Freund aus Hamburg mit dessen Besuch überrascht wurden und nun per Du mit „Claudi“ Roth sind, ging es am Sonntag nochmal für einen Abstecher an die Ostsee nach Boltenhagen. Dort war so herrliches Wetter, dass ich tatsächlich im Meer schwimmen und dann noch 4 Stunden am Strand relaxen konnte.


Was war das denn bitte für ein großartiger 3-Tages-Trip? 1120 km pures Glück. Dieses Wochenende wird ewig unvergessen bleiben und sollte ein graues Wölkchen über meinen Kopf ziehen, werde ich mich jedes Mal aufs neue daran erinnern.

Danke liebes Leben, dass Du solche Überraschungen für uns bereit hälst!

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Bildquelle: Jamel rockt den Förster / forstrock.de

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