No. 31 | 365 Wunschgedanken

„Unser Leben wäre um einiges leichter, wenn es uns nicht so  schwer fiele, das Schwierige vom Leichten zu unterscheiden“

Ich wohne in unmittelbarer Nähe zum Klinikum. Die Rettungshubschrauberschneise führt direkt über das Haus. Das macht natürlich einen riesigen Lärm, den man aus Gewöhnung und der guten Isolierung der Fenster aber kaum noch wahrnimmt. Außer beim Lüften. Stehen die Fenster offen, versteht man beim Flug des Helikopters sein eigenes Wort nicht mehr. So kommt es auch, dass ich sehr oft zurückspulen muss, wenn ich mich mal wieder in einem Serienmarathon befinde. Ärgerlich.

Ärgerlich? Mir wird schmerzlich bewusst, dass da oben in der Luft gerade jemand um sein Leben kämpft oder zumindest solche Verletzungen hat, dass er nicht im entferntesten an Serien denken kann. Wie dekadent und unsympathisch ist es da von mir, dass ich die Augen verdrehe, wenn ich mal wieder nichts vom Dialog im TV verstehe?

Seit ich hier wohne, bekomme ich tagtäglich mit, wie oft der Hubschrauber ausrücken muss. Das ist erschreckend und mit jedem Male, welches ich den Flug bewusst wahrnehme, schicke ich einen kleines Stoßgebet gen Himmel, mit den besten Genesungswünschen.

Zeit dazu habe ich ja, denn verstehen tue ich in der Zeit ohnehin nichts.

Bildquelle: Hendrik Urbin
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