Hermes, die Zweite.

Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, hat mitbekommen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit einen „kleinen Disput“ mit Hermes hatte. Kaum war das Thema gegessen, ging es von vorn los.


Die Vorgeschichte
Ich wollte das „This is Ska“-Festival besuchen, habe günstige Tickets bei eBay erstanden und einen sehr netten Verkäufer erwischt. Eine Übergabe der Tickest war aufgrund der Entfernung nicht möglich, das Zusenden mit der Post zu heikel, aufgrund des Poststreiks. Also hat der gute Mann die Karten als Paket verpackt und mit Hermes versandt. Eine Sendungsnummer war vorhanden, er sicherte mir zu, dass das Paket laut Sendungsverfolgung am 23. Juni geliefert werden solle. So weit, so…………


……….. gut?! Mitnichten! Am 23. Juni bekam ich zwar wirklich ein Benachrichtigungskarte von Hermes, das zugehörige Paket war jedoch nirgends aufzufinden. Panik machte sich breit, Unmengen an (Angst-)Schweiß sind geflossen (Heftiger Sommer – you know?!) und Nerven meiner Mitmenschen wurden belastet. Hätte mich jemand beobachtet, wie ich abwechselnd von Benachrichtigungskarte auf dem Küchentisch zu gewünschtem Ablageort getigert bin, hätte man wohl gedacht, ich sei ein Zombie auf Nahrungssuche, ein Geist, der seine letzte Tat auf Erden noch nicht vollbracht hat oder eine Ausgebrochene aus der Nervenheilanstalt.


Theorien machten sich in meinem Kopf breit. Meine Vermieterin hat einen Welpen, der gerne alles, was er zwischen die Zähne bekommt, lustig mit sich umherschleift und gerne mal auf dem Grundstück verteilt. Vielleicht hatte er mein Päckchen zwischen die Kauleisten bekommen und mit aufregendem Spielzeug verwechselt? In Indiana-Jones-Manier ging ich los (ohne Peitsche, aber mit fester Entschlossenheit im Blick), um mich in die Weiten des Grundstücks zu wagen. Dabei war kein Verschlag, kein Busch und kein Abhang zu gefährlich für mich, ich habe jede Ecke inspiziert. Ohne Erfolg. Mir blieb nun nur noch der Gang zu meiner Vermieterin, vielleicht hatte sie den Hermes-Boten gesprochen oder am Ende sogar mein Paket in Empfang genommen.


Mit zerzaustem Haar, Schweißflecken und gespannten Nerven erklärte ich ihr also mein Dilemma. Das Ende vom Lied: auch sie war ganz aufgelöst und machte sich zusätzlich Gedanken um die Sicherheit des Grundstückes, da scheinbar Paketdiebe am Werk waren. Damit konnte ich sie jedoch beruhigen, denn – was für eine Farce – an besagtem Tag sind !3! Pakete durch den Streik der Post gerutscht und bei mir gelandet. Alle noch da, alle unversehrt. Warum solle ein Dieb sich also ausgerechnet nur das Hermes-Paket unter die Finger reißen.


Da ich mir keinen anderen Rat mehr wusste, griff ich zum Telefon und wählte die Nummer des Hermes-Kundenservice (wobei ich nicht von Service reden würde, wenn jede Minute mit 20 Cent auf der Rechnung verbucht wird). Jedoch geriet ich an einen sehr netten Mitarbeiter, der mein Dilemma verstand, jedoch nicht mehr für mich tun konnte, als den zuständigen Zusteller zum Rapport zu bitten. Dies dauere jedoch in der Regel bis zu zwei Wochen, weshalb mir keine andere Möglichkeit mehr blieb, als erneut zwei Festivaltickets zu kaufen, die nun zum offiziellen Preis erworben werden mussten. Von Zorn, Nervosität und Ärger geplagt, schlief ich irgendwann vor Erschöpfung ein.


Auch am nächsten Tag war kein Paket aufzuspüren. Ich beschloss, dem Kundenservice noch eine Mail zu der ganzen Geschichte zu schreiben. Diese wurde jedoch mit einer Standardantwort abgefertigt, die mir keinen Schritt weiterhalf. So habe ich erneut die Energie aufgewendet, noch eine Mail zu schreiben. Mir wurde nur erklärt, dass das Päckchen am 23. Juni zugestellt wurde. Dass dies jedoch nicht der Wahrheit entsprach, interessierte nicht.
Also hab ich das schöne Medium Twitter genutzt um meinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Und siehe da, prompt fiel öffentlich ein negatives Wort, wurde ich erneut kontaktiert. Mit dem Ergebnis, dass der Zusteller nun zur Rechenschaft gezogen wurde, weil er die Benachrichtigungskarte nicht korrekt ausgefüllt habe. Auf dieser war nämlich weder ein Datum, noch eine Unterschrift vermerkt. Schön, dass er immerhin eine kleine Rüge erhalten hat. Das brachte mir außer einer kleinen Genugtuung jedoch mein Geld auch nicht zurück.


Ich muss einen kleinen Einschub wagen – Ich bin ein friedliebender Mensch. Wirklich. Mein Lebensweg hat jedoch gezeigt, dass man sich nicht alles gefallen lassen sollte und dass man etwas bewirken kann, wenn man hartnäckig ist. Also habe ich noch eine E-Mail geschrieben. Der Inhalt sagte in etwa aus, dass ich meine Konsequenzen ziehen und Hermes mit keinem weiteren Versand beauftragen werde. Und siehe da: Ich bekam Antwort. Es werde bedauert, dass ich auf den Ausgaben sitzen geblieben bin, Päckchen seien bis 50 € versichert und da man mit entgegen kommen wolle, würde ich 25 € erhalten.


Ach! Guck an. Ich denke, in sämtlichen Hermes-Niederlassungen wird ein Wanted-Poster von mir hängen und meine Nummer oder meine Mail einen Alarmton auslösen, da solche Kunden wohl weniger gern gesehen sind. Letztendlich sind wir aber die Verbraucher und sollten uns nicht alles gefallen lassen. Mir ist auch klar, dass bei so einer Geschichte meist die Falschen den Unmut des Geschädigten an sich abprallen lassen müssen. Daher bleibe ich auch immer sachlich und fair. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich zwischen den schwarzen Hermes-Schafen sowohl am Telefon, als auch per Mail und bei Twitter an nette Mitarbeiter geraten bin, die bemüht waren, mir zu helfen.


Deshalb sieht meine Theorie insgeheim folgendermaßen aus: Der Zusteller ärgert sich noch heute über meine Post-It-Nachricht an ihn und hat sich mit dieser Geschichte rächen wollen. Als er Rechenschaft ablegen musste, hat er das Päckchen eben doch noch zugestellt.


Lieber Hermes-Bote – wenn Du das liest – wollen wir nicht einfach Frieden schließen? Ich habe den Service von Hermes nun ausgiebig getestet und lege auch keinen weiteren Wert darauf, das Unternehmen noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Du hattest Deinen Spaß mit dem verschollenen Päckchen. Ich habe Geld verloren. Und Nerven.
Quitt?
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