No. 8 | 365 Wunschgedanken

„Angesichts der Kürze unseres Lebens ist es mehr als verwunderlich, dass wir uns nicht mehr Zeit zum Leben nehmen“

Innenstadt. Jede Menge Menschen. Der eine rennt über die Straße um noch schnell die Grünphase der Ampel zu nutzen, der andere hechtet durch die Fußgängerzone ohne auf entgegenkommende Passanten Rücksicht zu nehmen. Jeder in seiner eigenen Welt gefangen, die gefüllt ist mit „Müsste, Könnte, Wollte…“. Der Mensch an sich hat mittlerweile so viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen und seine Träume zu erfüllen, dass er völlig überfordert damit scheint. In der einen Hand das Smartphone, in der anderen das quengelnde Kind auf dem Weg zum nächsten Termin. Wo man sich auch umsieht, überall herrscht absolute Reizüberflutung. Zuhause vorm TV wird oft nur noch mit einem Ohr zugehört, während man sich zusätzlich aufs Handy konzentriert. Dazu die vielen Möglichkeiten sein Leben zu gestalten, immer mehr zu wollen, mehr Geld, mehr Kontakte, mehr Erfahrungen, dies alles lässt den armen Menschen entgegen der Möglichkeiten nicht weiterkommen, sondern versetzt eher in Stillstand. Stillstand durch Überforderung. Vermeintlich wichtige Dinge werden an den Beginn der To-Do-Liste gesetzt und verfolgt, Zeit für Ruhe erst gar nicht mehr eingeplant. Dumm rumsitzen kann man ja immer noch wenn man alt ist. Wenn man denn bei diesem schnelllebigen Lebensstil überhaupt dazu kommt, alt zu werden.

Sollten wir nicht öfters mal innehalten, uns fragen, was wirklich wichtig ist, wann wir uns lebendig fühlen und nicht den Dingen nachjagen, die vielleicht gerade „Norm“ sind? Auszeit nehmen von Hasterei und Schufterei, bevor uns Krankenheiten in die Schranken weisen? Leben, bevor man am Sterbebett denkt. „Hätte ich doch nur…“ und überhaupt erst bewusst werden, was leben für uns bedeutet, welche Dinge uns Glück verschaffen. Denn diese werden leider nur allzu oft hinten angestellt, bis sie ganz entschwinden.

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Ein Kommentar zu „No. 8 | 365 Wunschgedanken

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  1. Stimmt alles und ich sehe mich und uns alle und finde uns alle wieder in deinen Worten. Später haben wir Zeit um das zu tun was wir tun möchten, später …
    Später wann ist das?? Hoffentlich nicht dann wenn es zu spät ist!
    Ich glaube man braucht eine gewisse Reife, besser ein gewisses Alter um das zu merken und darüber nachzudenken. Und es zu ändern denn später ist jetzt, zumindest für mich!

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