Babysitter. Souverän.

IMG_20150724_203949

18:45 Uhr

Ich betrete frohgestimmt den Ort des Geschehens, das Haus meines Bruders, welches ich heute inklusive Kind 1 und Kind 2 behüten darf. Alles wie immer.

19:30 Uhr

Der Stammhalter lacht mir nochmal fröhlich ins Gesicht, bevor er ins Bett gebracht wird. Ihm hat wohl niemand erzählt, dass er heute alleine mit mir unter einem Dach ist.

20 Uhr

Die Erstgeborene wird nach kurzer Bespaßung meinerseits ebenfalls ins Bett verfrachtet.

20:40 Uhr

Nach letzten Instruktionen, die sich beinahe alle um meinem Wohlergehen drehen, verlassen die Eltern das Haus. Betont lässig. Mein Bruder wird die ersten zwei Bier in schnellen Zügen leeren, dann stellt sich bestimmt eine angenehme luftigleichte Gleichgültigkeit ein.

20:50 Uhr

Die erste Tüte Chips ist längst geöffnet. Es erwarten mich auf der Couch dergleichen drei. Ich drapiere die Babyphones gemütlich um mich und starte von herziger Elektronik bekuschelt den ersten Film.

21:15 Uhr

Die Babyphones starren mich an. Sie erinnern mich auf bizarre Weise an das Spielzeug meiner Kindheit: Tamagotchis. Nun denn, bisher wollte keines gefüttert, bespaßt sauber gemacht oder beschmust werden.

21:56 Uhr

Stoppe voller Misstrauen den Film. Doch die Babyphones scheinen zu funktionieren. Es ist wirklich kein Mucks zu hören.

22:10 Uhr

Die Tüte Chips in meinem Bauch versucht sie zu warnen, aber die zwei weiteren Tüten auf dem Sofa können sie nicht hören. Harrrharrrharrr.

22:36 Uhr

Mein Bauch (oder die zwei Chipstüten darin) sind der Meinung, dass ich die dritte Tüte unberührt lasse.

22:50 Uhr

Nach dem ersten Film schaltet der Rechner in den Ruhezustand. Ui. Wie war nochmal das Passwort? 4711? Nein. 0815? Verwechsle ich nun die Codes des W-LANS und des Rechners? Moment, das Fläschchen des Kleinen, was war das mit 7349, sollte ich es so zubereiten? Und den Rechner starte ich mit 180 Milliliter neu? Mein Kopf dreht sich, dabei habe ich das bereitgestellte Bier noch gar nicht angerührt.

23:00 Uhr

Check aller verfügbaren sozialen Medien durchgeführt. Hier ist es ähnlich ruhig wie in den Zimmern der Kinder.

23:10 Uhr

Ich beuge mich seit mehreren Minuten über Arbeit. Homeoffice in Jogginghose und mit zwei Tüten Chips im Bauch ist ja ganz in Ordnung, dennoch sehne ich gerade beinahe ein dürstendes Kind herbei.

23:14 Uhr

Unheimliche Geräusche in dunklen, fremden Wohnungen sind unheimlich.

23:23 Uhr

Mein Kopf hängt konzentriert über einer Excel-Liste. Neuen Erfahrungswert gesammelt: Man bekommt nur einen mittelschweren Herzinfarkt, wenn der Stammeshalter mal kurz wie ein Schweinchen grunzt.

00:08 Uhr

Ich beschließe die Arbeit zu beenden. Bin schließlich gerade Babysitter, wenn das mal nicht anstrengend genug ist.

0:31 Uhr

Da ich keinen der Filme meiner ellenlangen “Musst Du mal gucken”-Liste bei Sky finde, greife ich zu meinem Buch. Meine “Musst Du mal lesen”-Liste ist nämlich mindestens ebenso lang.

01:00 Uhr

Die Frau des Hauses ist bereits zurück. Ich lege das Buch beiseite, packe meine Siebensachen und rede noch zwei Takte mit meiner Schwägerin.

01:13 Uhr

Ich setze mich ins Auto und fahre in einen blitzbehangenen Himmel. Fernlicht benötige ich erst gar nicht, die Nacht ist in unregelmäßigen, aber schnellen Abständen taghell. Kurz vor der Heimat wird das Auto an der Ampel bereits vom Wind durchgeschüttelt. Erste Äste fliegen über die Straße, Regen setzt ein. Als ich das Auto parke und die Haustür hinter mir schließe, geht es draußen erst so richtig los – das war ja aufregender als der ganze Abend.

Warum war ich nochmal dort? Um Chipsvorräte zu vernichten? Fremdes W-LAN zu nutzen?

– Achja, die Kinder! Na, die waren ja wirklich mal pflegeleicht. Das hat Spaß gemacht. Da bin ich wieder für zu haben!

No. 19 | 365 Wunschgedanken

„Für den Ernstfall ist es ratsam, immer eine Reserveverpackung Humor bei sich zu haben“

„Sag mal, wäre es ein Problem für Dich, wenn ich heute auch schon mit ihr heimfahre? Und Du dann eben alleine hier bist?“ 

´Ihr´ ist die zweite Freundin mit der ich ´hier´ war, nämlich auf Festival. Ein Problem? Ach quatsch. Wir sind zusammen her gefahren, das heißt ja noch lange nicht, dass wir zusammen heim fahren. Tote Zeit alleine auf dem Zeltplatz, bevor die Konzerte los gehen? Ach, das geht schon. Ist ja auch alles total aufregend dort und zusätzlich unglaublich entspannend, wenn ich tun und lassen kann, was ich wann wo möchte. 

„Ist das wirklich ok für Dich?“ 

Hm. Sag mal, Dir geht’s schlecht, Du setzt Dich psychisch unter Druck und ich soll jetzt über Dein Schicksal entscheiden und Dir erzählen, dass Du mich nicht alleine lassen kannst? Was wäre ich denn für eine Freundin? Aber – kurze Nachfrage – wie komme ich Sonntag nach Hause? Wer baut das ganze Zeug ab? – Ach, dann holt ihr mich wieder. Nagut!

Schwupps – weg waren Sie. Da stand ich nun, mit einem Bierchen in der Hand und einem Lachen auf den Lippen, vor der Bühne, bereit zum nächsten Konzert durchzudrehen. Ich hab schon ganz andere Sachen geschafft. Zugegebenermaßen nie ohne Humor. Ob der sich nun sarkastisch, verzweifelt verrückt oder aus vollstem Herzen entwickelt: Lache Deine Sorgen einfach davon! Und prompt entwickelt sich dein Ernstfall zu einer Situation, die so viel schlimmer hätte sein können. Das Ende der Geschichte? Meine Sachen wurden ohne mein Zutun im Auto verstaut, dazu gab´s frischen Kaffee und Kuchen, eine Menge schlechten Gewissens, die lebenslange Berechtigung belustigt zu „frotzeln“ und davor ein wundervolles Festival, mit mindestens zwei sehr bemühten Menschen, die die Rolle der Freundinnen mehr als würdig übernommen haben. 

Ich lache noch eine Runde. Wo war nochmal das Problem?

image

Hermes, die Zweite.

Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, hat mitbekommen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit einen „kleinen Disput“ mit Hermes hatte. Kaum war das Thema gegessen, ging es von vorn los.


Die Vorgeschichte
Ich wollte das „This is Ska“-Festival besuchen, habe günstige Tickets bei eBay erstanden und einen sehr netten Verkäufer erwischt. Eine Übergabe der Tickest war aufgrund der Entfernung nicht möglich, das Zusenden mit der Post zu heikel, aufgrund des Poststreiks. Also hat der gute Mann die Karten als Paket verpackt und mit Hermes versandt. Eine Sendungsnummer war vorhanden, er sicherte mir zu, dass das Paket laut Sendungsverfolgung am 23. Juni geliefert werden solle. So weit, so…………


……….. gut?! Mitnichten! Am 23. Juni bekam ich zwar wirklich ein Benachrichtigungskarte von Hermes, das zugehörige Paket war jedoch nirgends aufzufinden. Panik machte sich breit, Unmengen an (Angst-)Schweiß sind geflossen (Heftiger Sommer – you know?!) und Nerven meiner Mitmenschen wurden belastet. Hätte mich jemand beobachtet, wie ich abwechselnd von Benachrichtigungskarte auf dem Küchentisch zu gewünschtem Ablageort getigert bin, hätte man wohl gedacht, ich sei ein Zombie auf Nahrungssuche, ein Geist, der seine letzte Tat auf Erden noch nicht vollbracht hat oder eine Ausgebrochene aus der Nervenheilanstalt.


Theorien machten sich in meinem Kopf breit. Meine Vermieterin hat einen Welpen, der gerne alles, was er zwischen die Zähne bekommt, lustig mit sich umherschleift und gerne mal auf dem Grundstück verteilt. Vielleicht hatte er mein Päckchen zwischen die Kauleisten bekommen und mit aufregendem Spielzeug verwechselt? In Indiana-Jones-Manier ging ich los (ohne Peitsche, aber mit fester Entschlossenheit im Blick), um mich in die Weiten des Grundstücks zu wagen. Dabei war kein Verschlag, kein Busch und kein Abhang zu gefährlich für mich, ich habe jede Ecke inspiziert. Ohne Erfolg. Mir blieb nun nur noch der Gang zu meiner Vermieterin, vielleicht hatte sie den Hermes-Boten gesprochen oder am Ende sogar mein Paket in Empfang genommen.


Mit zerzaustem Haar, Schweißflecken und gespannten Nerven erklärte ich ihr also mein Dilemma. Das Ende vom Lied: auch sie war ganz aufgelöst und machte sich zusätzlich Gedanken um die Sicherheit des Grundstückes, da scheinbar Paketdiebe am Werk waren. Damit konnte ich sie jedoch beruhigen, denn – was für eine Farce – an besagtem Tag sind !3! Pakete durch den Streik der Post gerutscht und bei mir gelandet. Alle noch da, alle unversehrt. Warum solle ein Dieb sich also ausgerechnet nur das Hermes-Paket unter die Finger reißen.


Da ich mir keinen anderen Rat mehr wusste, griff ich zum Telefon und wählte die Nummer des Hermes-Kundenservice (wobei ich nicht von Service reden würde, wenn jede Minute mit 20 Cent auf der Rechnung verbucht wird). Jedoch geriet ich an einen sehr netten Mitarbeiter, der mein Dilemma verstand, jedoch nicht mehr für mich tun konnte, als den zuständigen Zusteller zum Rapport zu bitten. Dies dauere jedoch in der Regel bis zu zwei Wochen, weshalb mir keine andere Möglichkeit mehr blieb, als erneut zwei Festivaltickets zu kaufen, die nun zum offiziellen Preis erworben werden mussten. Von Zorn, Nervosität und Ärger geplagt, schlief ich irgendwann vor Erschöpfung ein.


Auch am nächsten Tag war kein Paket aufzuspüren. Ich beschloss, dem Kundenservice noch eine Mail zu der ganzen Geschichte zu schreiben. Diese wurde jedoch mit einer Standardantwort abgefertigt, die mir keinen Schritt weiterhalf. So habe ich erneut die Energie aufgewendet, noch eine Mail zu schreiben. Mir wurde nur erklärt, dass das Päckchen am 23. Juni zugestellt wurde. Dass dies jedoch nicht der Wahrheit entsprach, interessierte nicht.
Also hab ich das schöne Medium Twitter genutzt um meinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Und siehe da, prompt fiel öffentlich ein negatives Wort, wurde ich erneut kontaktiert. Mit dem Ergebnis, dass der Zusteller nun zur Rechenschaft gezogen wurde, weil er die Benachrichtigungskarte nicht korrekt ausgefüllt habe. Auf dieser war nämlich weder ein Datum, noch eine Unterschrift vermerkt. Schön, dass er immerhin eine kleine Rüge erhalten hat. Das brachte mir außer einer kleinen Genugtuung jedoch mein Geld auch nicht zurück.


Ich muss einen kleinen Einschub wagen – Ich bin ein friedliebender Mensch. Wirklich. Mein Lebensweg hat jedoch gezeigt, dass man sich nicht alles gefallen lassen sollte und dass man etwas bewirken kann, wenn man hartnäckig ist. Also habe ich noch eine E-Mail geschrieben. Der Inhalt sagte in etwa aus, dass ich meine Konsequenzen ziehen und Hermes mit keinem weiteren Versand beauftragen werde. Und siehe da: Ich bekam Antwort. Es werde bedauert, dass ich auf den Ausgaben sitzen geblieben bin, Päckchen seien bis 50 € versichert und da man mit entgegen kommen wolle, würde ich 25 € erhalten.


Ach! Guck an. Ich denke, in sämtlichen Hermes-Niederlassungen wird ein Wanted-Poster von mir hängen und meine Nummer oder meine Mail einen Alarmton auslösen, da solche Kunden wohl weniger gern gesehen sind. Letztendlich sind wir aber die Verbraucher und sollten uns nicht alles gefallen lassen. Mir ist auch klar, dass bei so einer Geschichte meist die Falschen den Unmut des Geschädigten an sich abprallen lassen müssen. Daher bleibe ich auch immer sachlich und fair. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich zwischen den schwarzen Hermes-Schafen sowohl am Telefon, als auch per Mail und bei Twitter an nette Mitarbeiter geraten bin, die bemüht waren, mir zu helfen.


Deshalb sieht meine Theorie insgeheim folgendermaßen aus: Der Zusteller ärgert sich noch heute über meine Post-It-Nachricht an ihn und hat sich mit dieser Geschichte rächen wollen. Als er Rechenschaft ablegen musste, hat er das Päckchen eben doch noch zugestellt.


Lieber Hermes-Bote – wenn Du das liest – wollen wir nicht einfach Frieden schließen? Ich habe den Service von Hermes nun ausgiebig getestet und lege auch keinen weiteren Wert darauf, das Unternehmen noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Du hattest Deinen Spaß mit dem verschollenen Päckchen. Ich habe Geld verloren. Und Nerven.
Quitt?

No. 18 | 365 Wunschgedanken

image

“Die Liebe liebt es, Leben ins Leben zu bringen”

Gewitter – nicht nur am Himmel und vor der Tür. Auch im Herzen. Du brauchst nicht viel tun, ich versuche mich noch zu beschwichtigen. Doch ich platze. Ich platze wie eine aufgeladene Wolke, die in der Hitze und dem Eifer des Gefechts ihre Blitze gen Erde schickt. Gerade war der Himmel noch blau, doch schon braut sich ein bedrohliches Farbspiel zusammen. Du bist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Du bist der Funke, der meine Lunte abbrennt. Du, du immer wieder du. Ich beschließe nach Abfeuern meiner Gedankenblitze weiter auf Unwetter zu stellen. Nicht immer ist alles Sonnenschein! Doch dann bekomme ich eine Nachricht. Von dir.

Die Wolken sind genauso schnell verzogen, wie sie erschienen sind. Zurück bleibt nur ein kleines Knistern in der Luft. Doch die Wolken haben sich in nichts aufgelöst. Die Sonne strahlt. Und ich strahle mit ihr um die Wette. Wer wird siegen? Wer wird gewinnen? Du bist es, der Leben in mein Leben bringt.

Bis zum nächsten Unwetter. 

Basilikum-Pesto – so lecker!

20150620_140415

Bisher läuft mein Samstag nicht schlecht. Doch was darf einfach nicht fehlen, zu einem perfekten Tag? Richtig! Perfektes Essen. Und da man den Samstag ja möglichst in vollem Umfang genießen möchte, sollte das Kochen keine drei Stunden betragen, das Ergebnis jedoch möglichst danach schmecken.

Hier meine Lösung: selbstgemachtes Basilikum-Pesto. So einfach – so lecker!

20150620_141733 Kopie

Man nehme:

1 Bund Basilikum

3 EL Pinienkerne

2 Knoblauchzehen

3 EL Parmesan

6 EL Olivenöl

Salz

Das gibt man einfach alles zusammen in den Mixer und lässt ihn die Arbeit übernehmen:

Dann muss man nur noch Nudeln kochen und genießen! (Ich habe übrigens die Pinienkerne durch Sonnenblumenkerne ersetzt, das ist billiger und trotzdem köstlich!

20150620_1443182

Hier bleibt garantiert nichts auf dem Teller übrig!

20150620_1455434

No. 17 | 365 Wunschgedanken

Bildquelle: pr.

“Die Erdenbürger scheinen auszusterben, immer mehr leben hinterm Mond“

„Aber Du kannst doch mit Karte bezahlen!“ – so begann das erstmal harmlos anmutende Gespräch. `Karte? Karte? Was für eine Karte?´ – bis zu dem Zeitpunkt dachte ich noch mein Gegenüber steht einfach nur auf dem Schlauch. „Naja, eine EC-Karte?“ ´Sowas besitzen wir nicht!´ Bitte? Auf die Frage hin, wie sie denn Geld abheben, wurde mir berichtet, dass es ja wohl Mitarbeiter in der Bank gibt, die am Schalter stehen und für solche Belange zuständig sind. Uff! Das musste sich erstmal bei mir setzen. Jedem das seine, natürlich, aber dann durfte ich mir einen regelrechten Belehrungs-Schwall anhören. `So Leute wie Du sind irgendwann dafür verantwortlich, dass das Geld abgeschafft wird. Ich könnte ausrasten, wenn jemand vor mir an der Kasse mit Karte bezahlt, bis der unterschrieben hat oder den PIN eingibt.. furchtbar. FURCHTBAR sag ich! Und immer schön Informationen über uns heraus geben, jeder sieht, wofür ich mein Geld verwende, gläserner Mensch sag ich da, gläserner Mensch!!!` Ich habe einfach gar nichts mehr darauf erwidert, da nicht die Hoffnung auf Verständnis bestand. Ein dickes Lachen konnte ihr mir dennoch nicht verkneifen, als ich die daraufhin folgende Urlaubsgeschichte der Karten-Verweigerer hörte. Aber manchen Menschen ist es eben nicht peinlich, das Hotel um Bargeld anzubetteln, weil man doch gerne noch eine Nacht bleiben würde und zudem noch auf ein Volksfest möchte, aber absolut kein Geld mehr dabei habe.

Nunja, kein Mensch ist geich!

Poetry Slam | Stadtfest Fulda 11. Juni 2015

11505139-dsc-2791

Was war denn das? Besser: Warum war ich bisher noch nie bei so was? Gestern sollte ich endlich meinen ersten Poetry Slam besuchen. Schon oft vorgenommen, jedoch noch nie durchgezogen, immer mal Videos im Internet gesehen, aber auch nicht so ganz gewusst was mich erwartet. Ich bin mir sicher, hätte ich solche gehabt, wären all meine Erwartungen übertroffen worden. Freunde, war das stark! Manches Mal sitze ich still da und frage mich wo die ganzen Freidenker auf der Welt sind, diese Menschen bei denen ich spüre „Wow, du bringst mich weiter, du bist toll, du bewegst etwas in mir, dir höre ich gerne zu“. Gestern waren definitiv ein Haufen davon in Fulda versammelt.

Ob es der Moderator Lars Ruppel war, die männlichen oder die weiblichen Teilnehmer, alle haben mich begeistert. Wenn solche Texte aus jungen Menschen sprudeln, dann bin ich davon überzeugt, dass die Welt nicht verloren sein kann. Es war so herrlich zuzuhören (warum nehmen sich Politiker oder Pfarrer nicht mal ein Beispiel daran), die Zeit verging wie im Flug und am liebsten hätte ich einen Notizblock dabei gehabt, um Gedankenimpulse zu notieren, die ich so gerne später noch weitergedacht hätte. Denn diese kamen Schlag auf Schlag, sodass die Fülle mich Details leider vergessen ließ.

Zustimmendes Nicken, Lachtränen, betretenes Schweigen, Klöße im Hals, Wiedererkennung… das alles war vorhanden und hat die Texte einfach direkt ins Herz getragen.

Generell habe ich nur einen Verbesserungsvorschlag für einen solchen Abend: Wenn man schon einen Gewinner küren muss, dann sollte man vielleicht in Kategorien unterscheiden. Ein Mädel z.B. hat für mich durch eine unglaublich tolle, ehrliche Art begeistert, ihre Texte frei vorgetragen, dabei jedoch Ernsthaftigkeit thematisiert und wurde dadurch z.B. schwer vergleichbar mit dem Gewinner, der mich mit seiner Begrüßung schon dazu gebracht hat, Tränen zu lachen.

Generell bedauere ich nach diesem Abend mal wieder, wie viele Talente doch unentdeckt schlummern, während wir überlagert werden mit schlechten Comedians oder furchtbaren Personen der Öffentlichkeit. Toll, dass sich trotzdem immer wieder Freidenker finden, die den Mut haben, ihren Gedanken auf der Bühne Ausdruck zu verleihen. Vielen Dank an jeden einzelnen Teilnehmer, die mich daran hat teilhaben lassen.

Wer noch nie auf einem Poetry Slam war – ändert diesen Zustand! SCHNELL!