Akkurat

wpid-screenshot_2015-08-24-13-01-29-1.png

Akkurat. Alles. Wir schneiden unser Gemüse in exakt gleich große Stücke. Muster sollen rechts, wie links sein. Häuser, Möbel alles korrekt ausgerichtet und in gleichen Maßen. Warum? Nicht einmal unsere Gesichtshälften sind identisch. Die Natur hat diese akkurate Denkweise gar nicht vorgesehen. Wer sagt, dass dies Perfektion ausmacht? Seid ihr schon einmal durch alte Fachwerkstädte gelaufen? Habt euch die Gebäude angeschaut? Krumme Balken, ganze Etagen die abfallen. Macht das die Fassaden nicht gerade erst hübsch und interessant? Setzen wir uns mit dem vermeintlichen Ideal vielleicht viel zu sehr unter Druck?

Sportschuh vs. Pumps

wpid-20150701_062717.jpg

Der aufmerksame Leser weiß, dass ich diverse Probleme mit meiner Hüfte habe. Mittlerweile gab mir mein Orthopäde den Todesstoß und hat mir jegliche Sportarten, die die Hüfte zu sehr belasten, wie z.B. Joggen, komplett verboten. Außerdem wurde mir ans Herz gelegt, mir dämpfendes Schuhwerk zuzulegen. Als ob das Laufverbot nicht schlimm genug wäre, gestaltet sich das Schuhwerk auch nicht einfach.

Die Schwierigkeit des neuen Images als sportlicher Typ, der aber gar nicht mehr so viel Sport machen darf. Es ist also nur äußerlicher Schein, wenn ich Sportschuhe trage. Ok, damit lässst sich leben. Aber meine Sommerkleidchen schauen ganz traurig aus dem Schrank, denn dazu passen keine Turnschuhe, die ich ja aber tragen soll, weil… seuftz.

Es gibt bestimmt viele, die nun sagen würden „Mensch, sei doch froh, Du hast offiziell die Lizenz zum gemütlichen Umherlaufen.“  So bin ich aber nicht. Ich ziehe mich sehr gerne damenhaft oder auch mal schicker an. Doch wie soll ich das unter einen Hut bringen? 

Bin ich nun also abends zum Ausgehen verabredet, würde ich spontan zu den Pumps greifen. Da ich aber zum Verabredungspunkt laufen würde, spricht alles wieder für die Sportschuhe. Ich denke, ich muss erst noch in diese neue Situation hineinwachsen. Oder mir mehrere Ausnahmen gönnen.

Alles nicht so einfach!

No. 20 | 365 Wunschgedanken

„Das wichtigste Zeitwort heißt „Jetzt“.“

Hungrig. Hungrig nach Leben. Leben leben, Leben spüren, mit all seinen Facetten. Ein Wochenende auf dem Sofa verbracht. Schön! Aber  die Unruhe wächst. Nach Abenteuer, Reisen, Musik, Menschen, Begegnungen. Wie kann dieser unsagbare Durst gestillt werden? Ist dies überhaupt möglich? Fehlt ein Puzzleteil im Leben, das erdet? Warum ist Alles und Ständig nicht genug? Den Augenblick genießen, in vollen Zügen, darin bin ich sehr erfolgreich. Doch ist er entschwunden, giere ich nach dem nächsten. Ein Meer von Augenblicken, die sich zu einem Leben zusammen setzen. Immer weiter, ohne Stillstand. 

Die Möglichkeiten – zu vielfältig. 

Das Angebot – schier endlos. 

Die Welt – so viele Farben, Orte, Kulturen. 

Die Menschen – so unterschiedlich, aufregend, lehrreich. 

Ich kann nicht genug bekommen. Genug von all dem. Denn sobald ich eine Erfahrung gemacht habe, eröffnet sich eine Vielzahl anderer Wege, die gegangen werden wollen. Meine Zeit ist begrenzt, doch ich haste nicht. 

Ich lebe – bewusst. 

Manches mal glücklich, manches mal traurig, auch mal überfordert oder unzufrieden. Aber immer am Leben. Das ist, was zählt, das ist, was ich nicht verlieren möchte. Das „Jetzt“ genießen, sich auf jedes folgende „Jetzt“ freuen. Das „Jetzt“ zu unvergessenen Momenten machen, an die ich mich im späteren „Jetzt“ gerne zurückerinnere.

Der Kühlschrank-Krieg

Eine Abteilung ist immer eine Zusammenstellung verschiedenster Menschen, die sich in der Freizeit vielleicht nie über den Weg gelaufen wären. Und das ist oft auch gut so. Jedoch lassen sich die ein oder anderen Berührungspunkte nicht vermeiden. So muss man eben alltägliche Dinge miteinander teilen, auch wenn die Meinungen dazu stark voneinander abweichen. Ich rede konkret vom Kühlschrank der Abteilung. Rettungsanker, Streitthema, biologische Waffe – in ihm steckt sehr viel Potential. 

„Nun räumt doch endlich mal auf!“ (vielleicht ist das meine Ordnung?!)

„Der Joghurt ist längst abgelaufen!“ (MINDESThaltbarkeit, das heißt, dass man ihn vermutlich auch länger essen kann)

„Wer hat da seit Wochen sein Essen vergessen?“ (Wie kann man denn bitte Essen vergessen???)

Ja, natürlich. Leben und leben lassen, das denke ich ja auch. Das richtige Kühlschrank-Battle begann aber damit, dass die Temperatur immer wieder auf „€“ gestellt wurde, was bekanntlich eher einem Versteck in einer dunkeln Ecke des Büros gleichkommt, denn einem Kühlschrank. Immer wieder habe ich die Temperatur nach unten korrigiert, nur um am nächsten Tag festzustellen, dass der Inhalt schon wieder Ferien auf den Kanaren und nicht in Alaska gebucht hatte. Ich kann bestimmte Lebensmittel einfach nicht essen, wenn sie warm sind. Da könnte ich sie auch auf den Schreibtisch stellen.. Ich bin nicht egoistisch, aber seid ehrlich, sollte mir eine Speise oder ein Getränk aus dem Kühlschrank zu kalt sein, kann ich es immer noch heraus nehmen und mit dem Verzehr ein wenig warten. So wäre allen geholfen. 

Zum Glück bin ich im stillen, langatmigen und ausdauernden Kriegsführen Meister. So gingen die Temperaturen im Kühlschrank eben auf und ab, je nachdem, wer zuletzt daran gedreht hatte. 

Gestern hörte ich im Flur ein Gespräch, dessen Inhalt der Kühlschrank war: 

„Sowas gibt es doch nicht, da ist mir wirklich die Milch in der Kühlschranktür schlecht geworden, die war frisch geöffnet!“

Ach….! Ich korrigiere das Temperaturrädchen ein letztes Mal nach unten und lache still in mich hinein.

Babysitter. Souverän.

IMG_20150724_203949

18:45 Uhr

Ich betrete frohgestimmt den Ort des Geschehens, das Haus meines Bruders, welches ich heute inklusive Kind 1 und Kind 2 behüten darf. Alles wie immer.

19:30 Uhr

Der Stammhalter lacht mir nochmal fröhlich ins Gesicht, bevor er ins Bett gebracht wird. Ihm hat wohl niemand erzählt, dass er heute alleine mit mir unter einem Dach ist.

20 Uhr

Die Erstgeborene wird nach kurzer Bespaßung meinerseits ebenfalls ins Bett verfrachtet.

20:40 Uhr

Nach letzten Instruktionen, die sich beinahe alle um meinem Wohlergehen drehen, verlassen die Eltern das Haus. Betont lässig. Mein Bruder wird die ersten zwei Bier in schnellen Zügen leeren, dann stellt sich bestimmt eine angenehme luftigleichte Gleichgültigkeit ein.

20:50 Uhr

Die erste Tüte Chips ist längst geöffnet. Es erwarten mich auf der Couch dergleichen drei. Ich drapiere die Babyphones gemütlich um mich und starte von herziger Elektronik bekuschelt den ersten Film.

21:15 Uhr

Die Babyphones starren mich an. Sie erinnern mich auf bizarre Weise an das Spielzeug meiner Kindheit: Tamagotchis. Nun denn, bisher wollte keines gefüttert, bespaßt sauber gemacht oder beschmust werden.

21:56 Uhr

Stoppe voller Misstrauen den Film. Doch die Babyphones scheinen zu funktionieren. Es ist wirklich kein Mucks zu hören.

22:10 Uhr

Die Tüte Chips in meinem Bauch versucht sie zu warnen, aber die zwei weiteren Tüten auf dem Sofa können sie nicht hören. Harrrharrrharrr.

22:36 Uhr

Mein Bauch (oder die zwei Chipstüten darin) sind der Meinung, dass ich die dritte Tüte unberührt lasse.

22:50 Uhr

Nach dem ersten Film schaltet der Rechner in den Ruhezustand. Ui. Wie war nochmal das Passwort? 4711? Nein. 0815? Verwechsle ich nun die Codes des W-LANS und des Rechners? Moment, das Fläschchen des Kleinen, was war das mit 7349, sollte ich es so zubereiten? Und den Rechner starte ich mit 180 Milliliter neu? Mein Kopf dreht sich, dabei habe ich das bereitgestellte Bier noch gar nicht angerührt.

23:00 Uhr

Check aller verfügbaren sozialen Medien durchgeführt. Hier ist es ähnlich ruhig wie in den Zimmern der Kinder.

23:10 Uhr

Ich beuge mich seit mehreren Minuten über Arbeit. Homeoffice in Jogginghose und mit zwei Tüten Chips im Bauch ist ja ganz in Ordnung, dennoch sehne ich gerade beinahe ein dürstendes Kind herbei.

23:14 Uhr

Unheimliche Geräusche in dunklen, fremden Wohnungen sind unheimlich.

23:23 Uhr

Mein Kopf hängt konzentriert über einer Excel-Liste. Neuen Erfahrungswert gesammelt: Man bekommt nur einen mittelschweren Herzinfarkt, wenn der Stammeshalter mal kurz wie ein Schweinchen grunzt.

00:08 Uhr

Ich beschließe die Arbeit zu beenden. Bin schließlich gerade Babysitter, wenn das mal nicht anstrengend genug ist.

0:31 Uhr

Da ich keinen der Filme meiner ellenlangen “Musst Du mal gucken”-Liste bei Sky finde, greife ich zu meinem Buch. Meine “Musst Du mal lesen”-Liste ist nämlich mindestens ebenso lang.

01:00 Uhr

Die Frau des Hauses ist bereits zurück. Ich lege das Buch beiseite, packe meine Siebensachen und rede noch zwei Takte mit meiner Schwägerin.

01:13 Uhr

Ich setze mich ins Auto und fahre in einen blitzbehangenen Himmel. Fernlicht benötige ich erst gar nicht, die Nacht ist in unregelmäßigen, aber schnellen Abständen taghell. Kurz vor der Heimat wird das Auto an der Ampel bereits vom Wind durchgeschüttelt. Erste Äste fliegen über die Straße, Regen setzt ein. Als ich das Auto parke und die Haustür hinter mir schließe, geht es draußen erst so richtig los – das war ja aufregender als der ganze Abend.

Warum war ich nochmal dort? Um Chipsvorräte zu vernichten? Fremdes W-LAN zu nutzen?

– Achja, die Kinder! Na, die waren ja wirklich mal pflegeleicht. Das hat Spaß gemacht. Da bin ich wieder für zu haben!

No. 19 | 365 Wunschgedanken

„Für den Ernstfall ist es ratsam, immer eine Reserveverpackung Humor bei sich zu haben“

„Sag mal, wäre es ein Problem für Dich, wenn ich heute auch schon mit ihr heimfahre? Und Du dann eben alleine hier bist?“ 

´Ihr´ ist die zweite Freundin mit der ich ´hier´ war, nämlich auf Festival. Ein Problem? Ach quatsch. Wir sind zusammen her gefahren, das heißt ja noch lange nicht, dass wir zusammen heim fahren. Tote Zeit alleine auf dem Zeltplatz, bevor die Konzerte los gehen? Ach, das geht schon. Ist ja auch alles total aufregend dort und zusätzlich unglaublich entspannend, wenn ich tun und lassen kann, was ich wann wo möchte. 

„Ist das wirklich ok für Dich?“ 

Hm. Sag mal, Dir geht’s schlecht, Du setzt Dich psychisch unter Druck und ich soll jetzt über Dein Schicksal entscheiden und Dir erzählen, dass Du mich nicht alleine lassen kannst? Was wäre ich denn für eine Freundin? Aber – kurze Nachfrage – wie komme ich Sonntag nach Hause? Wer baut das ganze Zeug ab? – Ach, dann holt ihr mich wieder. Nagut!

Schwupps – weg waren Sie. Da stand ich nun, mit einem Bierchen in der Hand und einem Lachen auf den Lippen, vor der Bühne, bereit zum nächsten Konzert durchzudrehen. Ich hab schon ganz andere Sachen geschafft. Zugegebenermaßen nie ohne Humor. Ob der sich nun sarkastisch, verzweifelt verrückt oder aus vollstem Herzen entwickelt: Lache Deine Sorgen einfach davon! Und prompt entwickelt sich dein Ernstfall zu einer Situation, die so viel schlimmer hätte sein können. Das Ende der Geschichte? Meine Sachen wurden ohne mein Zutun im Auto verstaut, dazu gab´s frischen Kaffee und Kuchen, eine Menge schlechten Gewissens, die lebenslange Berechtigung belustigt zu „frotzeln“ und davor ein wundervolles Festival, mit mindestens zwei sehr bemühten Menschen, die die Rolle der Freundinnen mehr als würdig übernommen haben. 

Ich lache noch eine Runde. Wo war nochmal das Problem?

image

Hermes, die Zweite.

Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, hat mitbekommen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit einen „kleinen Disput“ mit Hermes hatte. Kaum war das Thema gegessen, ging es von vorn los.


Die Vorgeschichte
Ich wollte das „This is Ska“-Festival besuchen, habe günstige Tickets bei eBay erstanden und einen sehr netten Verkäufer erwischt. Eine Übergabe der Tickest war aufgrund der Entfernung nicht möglich, das Zusenden mit der Post zu heikel, aufgrund des Poststreiks. Also hat der gute Mann die Karten als Paket verpackt und mit Hermes versandt. Eine Sendungsnummer war vorhanden, er sicherte mir zu, dass das Paket laut Sendungsverfolgung am 23. Juni geliefert werden solle. So weit, so…………


……….. gut?! Mitnichten! Am 23. Juni bekam ich zwar wirklich ein Benachrichtigungskarte von Hermes, das zugehörige Paket war jedoch nirgends aufzufinden. Panik machte sich breit, Unmengen an (Angst-)Schweiß sind geflossen (Heftiger Sommer – you know?!) und Nerven meiner Mitmenschen wurden belastet. Hätte mich jemand beobachtet, wie ich abwechselnd von Benachrichtigungskarte auf dem Küchentisch zu gewünschtem Ablageort getigert bin, hätte man wohl gedacht, ich sei ein Zombie auf Nahrungssuche, ein Geist, der seine letzte Tat auf Erden noch nicht vollbracht hat oder eine Ausgebrochene aus der Nervenheilanstalt.


Theorien machten sich in meinem Kopf breit. Meine Vermieterin hat einen Welpen, der gerne alles, was er zwischen die Zähne bekommt, lustig mit sich umherschleift und gerne mal auf dem Grundstück verteilt. Vielleicht hatte er mein Päckchen zwischen die Kauleisten bekommen und mit aufregendem Spielzeug verwechselt? In Indiana-Jones-Manier ging ich los (ohne Peitsche, aber mit fester Entschlossenheit im Blick), um mich in die Weiten des Grundstücks zu wagen. Dabei war kein Verschlag, kein Busch und kein Abhang zu gefährlich für mich, ich habe jede Ecke inspiziert. Ohne Erfolg. Mir blieb nun nur noch der Gang zu meiner Vermieterin, vielleicht hatte sie den Hermes-Boten gesprochen oder am Ende sogar mein Paket in Empfang genommen.


Mit zerzaustem Haar, Schweißflecken und gespannten Nerven erklärte ich ihr also mein Dilemma. Das Ende vom Lied: auch sie war ganz aufgelöst und machte sich zusätzlich Gedanken um die Sicherheit des Grundstückes, da scheinbar Paketdiebe am Werk waren. Damit konnte ich sie jedoch beruhigen, denn – was für eine Farce – an besagtem Tag sind !3! Pakete durch den Streik der Post gerutscht und bei mir gelandet. Alle noch da, alle unversehrt. Warum solle ein Dieb sich also ausgerechnet nur das Hermes-Paket unter die Finger reißen.


Da ich mir keinen anderen Rat mehr wusste, griff ich zum Telefon und wählte die Nummer des Hermes-Kundenservice (wobei ich nicht von Service reden würde, wenn jede Minute mit 20 Cent auf der Rechnung verbucht wird). Jedoch geriet ich an einen sehr netten Mitarbeiter, der mein Dilemma verstand, jedoch nicht mehr für mich tun konnte, als den zuständigen Zusteller zum Rapport zu bitten. Dies dauere jedoch in der Regel bis zu zwei Wochen, weshalb mir keine andere Möglichkeit mehr blieb, als erneut zwei Festivaltickets zu kaufen, die nun zum offiziellen Preis erworben werden mussten. Von Zorn, Nervosität und Ärger geplagt, schlief ich irgendwann vor Erschöpfung ein.


Auch am nächsten Tag war kein Paket aufzuspüren. Ich beschloss, dem Kundenservice noch eine Mail zu der ganzen Geschichte zu schreiben. Diese wurde jedoch mit einer Standardantwort abgefertigt, die mir keinen Schritt weiterhalf. So habe ich erneut die Energie aufgewendet, noch eine Mail zu schreiben. Mir wurde nur erklärt, dass das Päckchen am 23. Juni zugestellt wurde. Dass dies jedoch nicht der Wahrheit entsprach, interessierte nicht.
Also hab ich das schöne Medium Twitter genutzt um meinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Und siehe da, prompt fiel öffentlich ein negatives Wort, wurde ich erneut kontaktiert. Mit dem Ergebnis, dass der Zusteller nun zur Rechenschaft gezogen wurde, weil er die Benachrichtigungskarte nicht korrekt ausgefüllt habe. Auf dieser war nämlich weder ein Datum, noch eine Unterschrift vermerkt. Schön, dass er immerhin eine kleine Rüge erhalten hat. Das brachte mir außer einer kleinen Genugtuung jedoch mein Geld auch nicht zurück.


Ich muss einen kleinen Einschub wagen – Ich bin ein friedliebender Mensch. Wirklich. Mein Lebensweg hat jedoch gezeigt, dass man sich nicht alles gefallen lassen sollte und dass man etwas bewirken kann, wenn man hartnäckig ist. Also habe ich noch eine E-Mail geschrieben. Der Inhalt sagte in etwa aus, dass ich meine Konsequenzen ziehen und Hermes mit keinem weiteren Versand beauftragen werde. Und siehe da: Ich bekam Antwort. Es werde bedauert, dass ich auf den Ausgaben sitzen geblieben bin, Päckchen seien bis 50 € versichert und da man mit entgegen kommen wolle, würde ich 25 € erhalten.


Ach! Guck an. Ich denke, in sämtlichen Hermes-Niederlassungen wird ein Wanted-Poster von mir hängen und meine Nummer oder meine Mail einen Alarmton auslösen, da solche Kunden wohl weniger gern gesehen sind. Letztendlich sind wir aber die Verbraucher und sollten uns nicht alles gefallen lassen. Mir ist auch klar, dass bei so einer Geschichte meist die Falschen den Unmut des Geschädigten an sich abprallen lassen müssen. Daher bleibe ich auch immer sachlich und fair. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich zwischen den schwarzen Hermes-Schafen sowohl am Telefon, als auch per Mail und bei Twitter an nette Mitarbeiter geraten bin, die bemüht waren, mir zu helfen.


Deshalb sieht meine Theorie insgeheim folgendermaßen aus: Der Zusteller ärgert sich noch heute über meine Post-It-Nachricht an ihn und hat sich mit dieser Geschichte rächen wollen. Als er Rechenschaft ablegen musste, hat er das Päckchen eben doch noch zugestellt.


Lieber Hermes-Bote – wenn Du das liest – wollen wir nicht einfach Frieden schließen? Ich habe den Service von Hermes nun ausgiebig getestet und lege auch keinen weiteren Wert darauf, das Unternehmen noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Du hattest Deinen Spaß mit dem verschollenen Päckchen. Ich habe Geld verloren. Und Nerven.
Quitt?