Mein Leben als Teilzeitvegetarier – Woche 1

Im Zuge der Fastenzeit verzichte ich u.a. auf Fleisch. Wie es mir damit ergeht, berichte ich hier.

20.02.
Natürlich habe ich vor Beginn der Fastenzeit nochmal kräftig Wurst eingekauft, da mir entfallen war, wie nah Aschermittwoch schon gerückt ist. Mein Bruder samt Familie hat sich darüber gefreut, bei ihm war ich nämlich zum Essen eingeladen und habe direkt die “Restbestände” mitgebracht. Immerhin hatte ich daran gedacht, bei der Einladung zu erwähnen, dass ich gerade kein Fleisch esse. So gab es ein Blech Flammkuchen, zur Hälfte mit und zur Hälfte ohne Schinkenwürfel. Das Aroma des Fleisches hätte garantiert zu einem noch leckererem Ergebnis geführt, aber auch so war es wirklich köstlich.

22.02.
Großes Familienessen in der Gaststätte. Es gibt eine vorgefertigte Karte für uns. Darauf befindet sich lediglich ein vegetarisches Gericht, welches ich dann auch bestelle. Fazit:
• Ich musste nicht lange überlegen oder auswählen
• Ich aß etwas, was ich sonst nicht bestellt hätte
• Ich war angenehm gesättigt und nicht wie so oft überfressen.

Es gab Zucchinischiffchen mit Couscous gefüllt, mit Rösti in einer Hollandaise-Sauce.

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23.02.
In meinem alltäglichen Einkaufs-Trott habe ich natürlich zu einem neuen Produkt gegriffen, mich schon darauf gefreut und erst daheim realisiert, dass es Fleisch enthält. Nunja, ist zum Glück noch länger haltbar.

24.02.
Nächster Termin zum Essen gehen stand an, diesmal im Freundeskreis, Ziel sollte ein Grieche sein, welcher in der lokalen Zeitung “2 Essen für 1“-Gutscheine hatte. Hier habe ich weniger schöne Erfahrungen gemacht. In der kompletten Speisekarte gab es keine vegetarische Rubrik. Da ich beim Griechen keine Spaghetti essen möchte, habe ich mich für eine Vorspeise und einen Beilagensalat enstchieden und bin davon auch satt geworden. Jedoch wurde der Gutschein nicht akzeptiert, da er nur für Hauptgerichte gelte. Na danke auch!

No. 8 | 365 Wunschgedanken

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„Angesichts der Kürze unseres Lebens ist es mehr als verwunderlich, dass wir uns nicht mehr Zeit zum Leben nehmen“

Innenstadt. Jede Menge Menschen. Der eine rennt über die Straße um noch schnell die Grünphase der Ampel zu nutzen, der andere hechtet durch die Fußgängerzone ohne auf entgegenkommende Passanten Rücksicht zu nehmen. Jeder in seiner eigenen Welt gefangen, die gefüllt ist mit “Müsste, Könnte, Wollte…”. Der Mensch an sich hat mittlerweile so viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen und seine Träume zu erfüllen, dass er völlig überfordert damit scheint. In der einen Hand das Smartphone, in der anderen das quengelnde Kind auf dem Weg zum nächsten Termin. Wo man sich auch umsieht, überall herrscht absolute Reizüberflutung. Zuhause vorm TV wird oft nur noch mit einem Ohr zugehört, während man sich zusätzlich aufs Handy konzentriert. Dazu die vielen Möglichkeiten sein Leben zu gestalten, immer mehr zu wollen, mehr Geld, mehr Kontakte, mehr Erfahrungen, dies alles lässt den armen Menschen entgegen der Möglichkeiten nicht weiterkommen, sondern versetzt eher in Stillstand. Stillstand durch Überforderung. Vermeintlich wichtige Dinge werden an den Beginn der To-Do-Liste gesetzt und verfolgt, Zeit für Ruhe erst gar nicht mehr eingeplant. Dumm rumsitzen kann man ja immer noch wenn man alt ist. Wenn man denn bei diesem schnelllebigen Lebensstil überhaupt dazu kommt, alt zu werden.

Sollten wir nicht öfters mal innehalten, uns fragen, was wirklich wichtig ist, wann wir uns lebendig fühlen und nicht den Dingen nachjagen, die vielleicht gerade “Norm” sind? Auszeit nehmen von Hasterei und Schufterei, bevor uns Krankenheiten in die Schranken weisen? Leben, bevor man am Sterbebett denkt. “Hätte ich doch nur…” und überhaupt erst bewusst werden, was leben für uns bedeutet, welche Dinge uns Glück verschaffen. Denn diese werden leider nur allzu oft hinten angestellt, bis sie ganz entschwinden.

No. 7 | 365 Wunschgedanken

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„Wer die kleinen Freuden des Lebens genießen kann, ist ein großer Glückspilz”



Es war einmal ein Mädchen, welches schon früh die Leidenschaft für das Lesen entdeckte. Sie war immer ein wenig außerhalb der anderen, nicht unbeliebt oder gemobbt, aber auch nicht diejenige, die zum Abschlussball begleitet wurde. Ihr machte das zu einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt nichts aus. Nämlich genau dann, wenn sie in einem Buch und somit in dessen Welt versank. Noch glücklicher war sie, wenn sie sich ihr Buch schnappte und in die Natur ging. So verbrachte sie viele Sommer- und Frühlingstage auf der Schaukel am Spielplatz oder auf einer Bank unter einem wunderschönen, imposanten Baum, weitab von den anderen Kindern oder der Schnelllebigkeit ihres Umfeldes. Ab und an legte sie das Buch kurz zur Seite, beobachtete einen Schmetterling oder eine Biene und fühlte sich fast mit der Natur eins werden. Das waren die Momente purer Zufriedenheit, in denen niemand darauf achtete, dass sie ein paar Kilos zu viel hatte oder eben nicht genauso tickte, wie die Kinder in ihrer Klasse. Ein Buch und einen schönen Platz zum Lesen, mehr brauchte es nicht.


Ich kenne dieses Mädchen auch heute noch sehr gut, wohl besser als jeder andere, habe sie jeden Schritt ihres Lebens begleitet und musste so auch manches Mal traurig zuschauen, wie sie in ihrer Begeisterungsfähigkeit gebremst wurde, da man doch nicht so übertreiben sollte. Insgeheim weiß ich aber, dass dieses Mädchen alles richtig macht. Sich darüber freuen, wenn ihr ein unbekannter Passnt auf der Straße zulächelt, wenn eine Katze ihr Köpfchen in ihrer Hand reibt. Wenn die ersten Sonnenstrahlen des Tages durch den morgendlichen Nebel brechen und die Schmetterlinge durch die Luft fliegen. Es sind die kleinen Dinge, die es nicht mit Geld zu bezahlen gibt, die wahre, unschuldige Freude bringen und Herzen kleiner sowie großer Menschen erfreuen.

Nägel im Zeitungsdesign

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Ich habe das mal irgendwo im Netz entdeckt und da ich meine Fingernägel gerne bepinsle, wollte ich das unbedingt mal ausprobieren. Gesagt – getan. Ist wirklich sehr einfach und in Null-Komma-Nix vollbracht.

• Nägel in gewünschter (heller) Farbe lackieren
• Gut trocknen lassen
• Etwas Alkohol in eine flache Schale geben (ich hab z.B. einfaches Sterilium benutzt)
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• Entsprechenden Nagel darin „baden“
• Zeitungsfetzen über den feuchten Nagel legen und gut andrücken
• Mit allen gewünschten Nägeln wiederholen
• Klarlack drüber
• Fertig!

Wirklich keine Kunst, aber ein kunstvoller Effekt!

Mysterium und Abenteuer Twittertreffen

Ein Twittertreffen wird ja meist von der Frage begleitet: „Was machst Du denn in [beliebige Stadt einsetzen]? Sagt man da die Wahrheit? Verstehen kann es doch keiner.

„Was, du triffst dich mit wildfremden Menschen? Weißt Du was da alles passieren kann?“

Ehrlich gesagt – ja, weiß ich, denn ich habe nun mein zweites Twittertreffen hinter mir.
Begonnen habe ich letztes Jahr im Sommer, ganz schüchtern mit einer einzigen Person, die ich von Twitter kannte und die mich fragte, ob sie einfach mal in Fulda aussteigen solle, weil sie mit dem Zug durchfahre. Meine erste Reaktion war eher verhalten, dachte ich doch, diese ganze Twittergeschichte sollte doch eher anonym bleiben. Da ich aber eher der Mensch bin, der nach dem „Warum nicht!“-Prinzip handelt, habe ich zugesagt und war mächtig aufgeregt. Wie eigenartig ist es doch, jemanden zu treffen, den man überhaupt nicht kennt und doch mehr von ihr weiß, als von manchem Menschen im direkten Umfeld. Der erste „Aha-Effekt“ geschah schon beim Abholen am Bahnhof. Woran es lag, kann ich gar nicht genau sagen, aber ich habe sie direkt erkannt und da wir beide aufgeregt waren, haben wir diese Phase ziemlich schnell überwinden und eine schöne Stunde in der Eisdiele verbringen können. Damit begann das Vermischen von Netzbekanntschaft zu „echtem Menschen“. Nach diesem ersten Berührungspunkt fand ich es ein wenig eigenartig, weiterhin alle meine abstrusen Gedanken in 140 Zeichen zu stecken und an die Welt zu senden. Denn nun gab es da jemanden, der mich „kannte“. Das war aber schnell wieder vergessen. Die Freude daran, die Personen hinter den Tweets kennenzulernen blieb jedoch.

So kam es, dass ich im November letzten Jahres den Mut fasste und mich mehr oder weniger spontan auf einem „richtigen“ Twittertreffen in Berlin anmeldete. Ich war beruflich gerade in der Stadt und dachte, das nehme ich jetzt mit. Meine Euphorie wich kurz vorher nochmal der Angst vor der eigenen Courage, ich habe es jedoch keine Sekunde bereut. Gab es auf dem Treffen auch nur eine Person, der ich vorher folgte, habe ich dort viele tolle Menschen kennengelernen können. Und wie sollte es anders sein, gefeiert bis es wieder hell wurde. Gehört man zu den letzten, kann man auch nicht mehr so viel verpassen. So genoss ich sogar die Gastfreundschaft von „wildfremden“ Menschen und habe meine Timeline um einige Perlen erweitert. Und als ob mir so ein Twittertreffen nicht reichen könnte, habe ich mich einfach noch mit Personen aus meinem täglichen Lesestoff getroffen, die nicht am Abend zuvor zugegen waren. So durfte ich sogar Familienmitglieder kennenlernen und geschenktes Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Hier hatte ich auch zum ersten Mal dieses eigenartige Gefühl, einen „Star“ zu besuchen. Kannte ich doch zuvor schon Bilder von Familie, Wohnung und Job. Diese Erfahrung ist nur schwer zu beschreiben, wie sich Vorstellung im Kopf und Realität zusammenfügen.

Es hat ein wenig etwas davon, in die Kulisse seines Lieblingsbuches zu steigen.

Ein weiteres Mal hat es mich direkt in eine Stadt verschlagen, in der ich eine alte Bekannte besuchen wollte. Doch damit gab ich mich nicht zufrieden und schrieb gleich noch Twitterer an, die ich gerne mal treffen wollte. Gesagt – getan! So habe ich auch noch überaus bezaubernde Twitter-Haustier-Berühmtheiten kennenlernen dürfen, passende tolle Herrchen, sowie bekannte Twitter-Locations inklusive Inventar.

So war auch das letzte Zögern, zu Twittertreffen zu gehen, beiseite geschoben und ich denke mittlerweile: Wo geht’s als nächstes hin? So habe ich mich bereits zu einem weiteren Treffen in Erfurt angemeldet und letztes Wochenende an einem Treffen in Köln teilgenommen. Dies sollte dann endlich mal eines werden, bei dem ich viele der Teilnehmer regelmäßig lese. Leider ging die Erkältungswelle um und es waren doch wieder weniger, als geplant, aber trotzdem wunderbar! Ich bin immer wieder selbst überrascht, wie man doch das Gefühl hat, diesen Menschen vertrauen zu können, sie irgendwie zu „kennen“ und mit ihnen verbunden zu sein. So habe ich z.B. ohne zu überlegen mein Handy auf meinem Platz liegen lassen, als ich mal ein paar Stühle weiter gerückt bin, ohne Angst zu haben, dass nun Schindluder damit betrieben wird. Außerdem erfreut es, Menschen zu treffen, die dir ähnlich sind, denen Du nicht erklären musst, dass es gar nicht so absurd ist, Gedanken in 140 Zeichen zu verpacken und ins Nirvana abzusenden. Und wie schön ist es doch, dass ein solches Medium wie Twitter Menschen zusammenbringt, die unter anderen Umständen nicht mal ein „Hallo“ miteinander gewechselt hätten.

Bammel vorm ersten Mal? Probiert es aus!

No. 6 | 365 Wunschgedanken

„Wer die Ganzheit eines Menschen im Auge hat, kann leichter ein Auge zudrücken“


Erschreckenderweise ist man fast täglich mit den Vorurteilen und Intoleranzen von Menschen konfrontiert. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass schlussendlich ein trauriges Kopfschütteln bleibt. Warum verurteilen wir so schnell, ohne uns wirklich auseinander zu setzen? Natürlich, weil es so viel bequemer ist. Sollten wir aber selbst Opfer eines Schubladendenkens sein, ist das Gezeter groß. Warum also nicht jeden so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte? Wie oft wurde ich selbst schon verurteilt, ohne dass Hintergrundwissen oder Fakten vorhanden waren. Das ist nicht nur ungerecht, sondern kann wirklich verletzend sein. Daher bin ich immer versucht einen spontan abwertenden Blick abzuwenden und mir erst einmal folgende Fragen zu stellen:


Warum handelt ein Mensch so wie er es tut? Was veranlasst ihn dazu sein Verhaltensmuster an den Tag zu legen?


Nicht selten kommt man zu dem Schluss, dass traurige, furchtbare oder ungerechte Dinge den Menschen zu dem gemacht haben, was er nun seiner Umwelt vorführt. Damit möchte ich bestimmt keine radikalen Einstellungen entschuldigen, mitnichten. Jedoch würde es der Gesellschaft gut tun, ab und an das ein oder andere Auge zuzudrücken, bzw. auch mal beide Augen zum genauen Hinsehen zu benutzen um ein besseres Miteinander zu erreichen, für mehr Toleranz und Akzeptanz. Wer nicht miteinander redet, der kann sich nicht verstehen. Also vor dem nächsten Vorurteil einfach mal Fragen stellen, mir selbst und meinem Gegenüber.

Vorurteile

Was ist aus den Hobbys geworden, die man früher in Freundschaftsbüchern angab?

Es war Montag. Die Motivation bleibt üblicherweise noch im Sonntag hängen, doch gestern war es irgendwie anders. Ich bin am Schluss des Wochenendes mit dem Gedanken ins Bett gegangen, dass es an der Zeit ist, mal wieder Dinge in die Hand zu nehmen, die man früher voller Leidenschaft getan hat oder die seit langem auf der To-Do-Liste stehen. Das macht nicht nur Spaß, das tut auch gut, einfach mal wieder etwas anderes zu tun, als das was man alltäglich macht. Das kann bei jedem natürlich unterschiedlich ausfallen. So stand früher in den Fragebögen unter „Hobby“ bei mir meist Folgendes:

• Singen
• Zeichnen
• Lesen
• Schwimmen


Was ich davon noch regelmäßig mache? Nunja. Singen ist und bleibt eine Leidenschaft für mich. Natürlich singe ich täglich, Zuhause, unter der Dusche, im Auto usw. Und ganz besonders ist, dass ich dies sogar seit ein paar Jahren in unserem Karnelvalsverein auf der Bühne machen darf. So auch wieder die letzten zwei Wochenenden auf unseren Fremdensitzungen. Ich liebe diese Aufregung kurz vorm Auftritt, den Kick, wenn die ersten Töne auf der Bühne erklingen und man seine eigene Stimme über die Lautsprecher hört und natürlich schlussendlich den Applaus.


Auch das Zeichnen habe ich wieder ins Auge gefasst, wenn auch nur im kleinen Rahmen. So suche ich mir jeden Tag Avatar eines Twitterers heraus und zeichne diesen im Schnelldurchlauf. Das macht mir Spaß und eventuell auch den betroffenen Personen.


Lesen habe ich nie wirklich aufgegeben, könnte ich gar nicht. Da verzichte ich lieber auf andere Dinge, anstatt keine Bücher (oder mittlerweile das kindle) in die Hand zu nehmen. Dennoch gibt es so schöne Dinge wie Twitter oder amerikanische Serien, die einen doch gerne mal davon ablenken. Wenn man aber mit beidem Maß hält und frühzeitig den Fernseher ausschaltet oder das Handy zur Seite legt, kann man vorm Schlafengehen auch noch ein paar Kapitel lesen (mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass man besser einschläft).


Ja, Schwimmen. Ich habe da noch eine 10er-Karte zuhause rumliegen und sollte auch unbedingt wieder etwas tun. Vom Sport-Suchti zum Sofahocker.. Pilates, Schwimmen, Mountainbike, Laufen, Tanzen.. alles eingeschlafen seit meinen wochenlangen Kopfschmerzen. Die Schmerzen sind weg, die Motivation auch. So geht’s nicht weiter. Denn gerade Sport ist der gute Laune Bringer mit positivem, gesundheitlichem Nebeneffekt.


Früher habe ich auch gerne Handarbeiten gemacht. Genäht, gehäkelt… ich mochte einfach das Gefühl etwas geschaffen zu haben. So bin ich gestern los, habe mir Wolle gekauft und mache einem lieben Menschen nun einen Schal. Das sind kurzfristig schnell realisierbare Dinge, die Freude schaffen und für die man sich kein Bein ausreißen muss.


Gut, ich habe das nun erst zwei Tage durchgezogen, kann aber schon sagen, dass ich mit einem ganz anderen Gefühl den Tag beende. Nämlich mit dem Gefühl, etwas getan zu haben und keine Lebenszeit verschwendet zu haben. Ich bin einfach zufrieden. So soll es bleiben!