No. 11 | 365 Wunschgedanken

Zeit

„An Zeit fehlt es uns vor allem dort, wo es uns am Wollen fehlt“

„Junge, wann kommst du denn mal wieder vorbei? Weißt ja, eilt nicht, aber ist glaub ich auch schon wieder vier Wochen her. Rufst einfach vorher an, dann mach ich Dir Dein Lieblingsessen!“ Er war dankbar, dass sie ihn nie drängte oder Vorwürfe machte, wenn er sich zwischendurch mal nicht meldete und auch keine Zeit fand, seine Mutter zu besuchen. Läuft ja nicht davon, schließlich muss er an der Arbeit ständig Überstunden machen, hat die Familie zuhause nicht nur zu ernähren, sondern auch zu bespaßen und dann gibt es ja noch die vielen Freunde, die hier und dort etwas von ihm brauchen und bei denen er doch so schlecht nein sagen kann. Und er kann einfach nicht die ganze Woche nur von einem Termin zum nächsten hetzen, er muss auch einfach mal auf der Couch sitzen und die Füße hochlegen, ins Fußballstadion gehen und in der Kneipe ein Bierchen trinken. „Danke Mama, aber ich habe gerade echt keine Zeit, du weißt ja wie das ist. Ich melde mich bei dir!“ Puh, das war auch erledigt, er lockerte seine Krawatte und begab sich in den wohlverdienten Feierabend, bevor das Leben am nächsten Tag terminreich weiter gehen sollte. Weitere Tage vergingen, als er zum Hörer griff und mal kurz bei seiner Mutter vorbeischauen wollte. Doch niemand hob ab. Er setzte sich ins Auto und schloss die Tür mit seinem Ersatzschlüssel auf, nachdem sich auch nach mehrmaligem Sturmläuten nichts tat. Er stolperte ins Haus und fand seine Mutter im Wohnzimmersessel, eine Zeitschrift noch auf den Beinen liegend, für immer friedlich eingeschlafen.
„Aber ich hatte doch wirklich keine Zeit“ schoss es ihm durch den Kopf. Gleichzeitig fühlte er aber mit einem Stich im Herzen, dass die Zeit sehr wohl da gewesen wäre, wenn er es denn von Herzen gewollt hätte. Nun war es endgültig, den Besuch bei seiner Mutter konnte er nie wieder nachholen, es war zu spät.

No. 10 | 365 Wunschgedanken

„Zuversicht ist Einsicht auf Aussicht“

Jeden Morgen stand sie auf, ging ins Bad, duschte, putzte sich die Zähne, sah auf die Uhr und merkte, dass sie den Wecker wieder zu oft weitergestellt hatte, eilte zum Schrank, zog die erstbesten Klamotten an und fuhr an die Arbeit. Dort ging sie ihren täglichen stupiden Arbeiten nach, bis sie nach Feierabend wieder zuhause ankam und so kaputt vom Tag war, dass sie nur noch schnell eine Tiefkühlkost in den Ofen schob und wieder ins Bett fiel.
Am nächsten Morgen stand sie auf, ging ins Bad, duschte, putzte sich die Zähne…
“So geht’s nicht weiter, ich lebe nur noch um zu arbeiten und selbst die macht mir keinen Spaß! Es muss doch noch etwas anderes geben!” So ging ein Ruck durch ihr Denken und als sie am nächsten Tag aufstand, ins Bad ging, duschte und die Zähne putzte, hatte sie gar keinen Stress, da sie sich mit ihrem Lieblingslied wecken ließ, dieses mit einem Lächeln auf den Lippen zu Ende hörte und mit einem zuversichtlichen Schwung aus dem Bett hüpfte. “Hallo Tag! Was hast du mir heute zu bieten?” Der Morgen erschien auf einmal weniger grau, die anderen Autofahrer nervten nicht so, wie die Tage zuvor und an der Arbeit gab es ein erstauntes Kompliment von den Kollegen “Du siehst heute sehr schön aus, das Lächeln steht Dir”. Direkt musste sie noch breiter grinsen und freute sich auf die folgenden Tage, die scheinbar mehr Potential enthielten, als sie sich wenige Tage zuvor noch eingestehen wollte.

Mein Leben als Teilzeitvegetarier – Woche 5

19.03.
Erschwerteste Bedingungen! Habe meinen Vater zu einem 3-Gänge-Menü eingeladen, von mir selbst gekocht. Natürlich besteht er auf Fleisch. Als wäre es nicht schlimm genug, welches zuzubereiten ohne es auch selbst zu essen, entscheide ich mich für einen Schweinefiletbraten in Kräuter-Senf-Kruste. Noch nie gegessen, noch nie gemacht. Allein die Marinade zum Einlegen schmeckt nach Herstellung dermaßen köstlich, dass ich das beste Beispiel für die Pawlow´sche Theorie beim Anblick des Bratens bin. (Ganz zu schweigen von dessen Geruch…). Habe mir den Rest eingefroren, das muss ich doch nach der Fastenzeit testen!

Die Schinkenstückchen aus dem Blumenkohl-Kartoffel-Gratin auszusortieren fiel mir dann weniger schwer.

Braten


21.03.
Geburtstag meines Vaters. Welch Überraschung, es geht mal wieder zum Griechen! Nachdem ich jetzt in der fleischlosen Zeit zum vierten Mal dort ein Gericht aus der Karte aussuchen soll, wird es langsam eng. Wieder für zwei Vorspeisen enstchieden, Griechen sind jedoch einfach nicht der beste Ort für Vegetarier.


22.03.
Osterbündel tragen bei meinem Patenkind. Los ging´s mit dem Mittagessen und Bruder und Schwägerin haben sich wirklich viel Mühe gegeben, mich anständig zu bekochen. Gestartet wurde mit einer Nudelsuppe mit Markklößchen. Darauf folgte Bruschetta mit Tomate/Mozzarella, die den Hauptgang mit veganer Spaghetti Bolognese einleitete. Zum Nachtisch gab´s „Arme Ritter“ (gebratenes, paniertes Baguette mit Zimt und Vanillesoße). Lecker!


23.03.
Besuch bei Mama. Hungriger Besuch bei Mama. „Was soll ich Dir denn machen, Du isst ja nichts“. Nunja, eigentlich lasse ich gerade nur das Fleisch weg. Nach langem Hin und her hab´s Klöße mit Soße und Broccoli für mich. Na also, es geht doch. „Das ist doch kein richtiges Essen!“ Oh doch, ich wurde satt (…nach schwerer Geburt).

No. 9 | 365 Wunschgedanken

Kalender
„Die Kunst des Lebens besteht auch darin, dem Alltag immer wieder Sonntage abzugewinnen“
Jeden Tag hasten wir zur Arbeit, springen von einem Termin zum nächsten, leben von Wochenende zu Wochenende, bis  doch so schnell schon wieder Montag ist. Die Woche ist vollgestopft mit Terminen, auf die man gar keine Lust hat, irgendwas ist immer zu erledigen, die To-Do-Liste wird stetig länger und Dinge, die Freude bereiten, rücken in weite Ferne. Aber ist das noch lebenswertes Dasein?
Die sogenannte „Work-Life-Balance“ sollte einfach passen. Natürlich kann man nicht sein ganzes Leben nur solche Termine wahrnehmen, die auch mit Spaß verbunden sind. Jedoch sollte man diese Freuden im Alltag nicht aus den Augen lassen, da sonst ganz schnell Unzufriedenheit und Ausgebranntheit vorherrschen und das Nervenkostüm immer dünner wird. In unserem Freundeskreis haben wir für diese Freuden des Alltags den geflügelten Begriff „Freizeitinseln“. Hier und da klingelt das Telefon (oder bimmelt das Handy per What´s app) mit der einfachen Frage: „Kurz Lust auf einen Kaffee?“, so oder so ähnlich. So hüpfen wir nicht nur von Wochenende zu Wochenende oder Urlaub zu Urlaub und sehen das Leben an uns vorbeiziehen, sondern genießen auch unseren Alltag, mit kleinen „Terminen“, die uns Freude bereiten und im Wust der Verpflichtungen Platz und Zeit zum Ausatmen lassen. Legt man sich solche Glücksbringer in den Kalender, vergehen die Tage bis zur nächsten freien Zeit wie im Flug.

Mein Leben als Teilzeitvegetarier – Woche 4

11.3.
Kollegin lädt zum Baby-Besuch ein. Es gibt auch leckeres Essen, sie ist selbst Vegetarierin. Also kein Problem.

13.3.
Besuche Freund, beim gemeinsamen Einkauf überlegen wir, was man kochen könnte. Sehr oft fasst die Hand zu Fleischigem. Letztendlich wird es aber, wie dann am 14.3. auch, ein total leckerer Gemüseauflauf.

15.3.
Ausflug nach Ingolstadt. Werde dort von einer lieben Bekannten durch die Stadt geführt, bis sich die Frage nach dem Essen stellt. Wir gehen extra in ein vegetarisches Restaurant. Sehr lecker! Gemüsesäckchen und Salat.
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16.3.
Gehe nochmal mit besagter Bekannten aus. Wir landen beim Italiener. Dieser hat dermaßen viele Gerichte auf der Karte, dass ich mich kaum für eines der vielen lecker klingenden Vegetarischen entscheiden kann. Letztendlich werden es Rigatoni in Tomaten-Käsesoße mit Auberginen, Zucchini und Broccoli. Lecker!!

17.3.
Begleitfahrt eines Außendienstmitarbeiters unseres Unternehmes. Mittagspause im Einkaufszentrum. Was ich denn so möge, denn die Richtung geht zum Metzger. “An sich total gerne, nur im Moment kein Fleisch!”. Er holt sich dort etwas, ich bevorzuge den Bäcker und werde auch satt.

Nivea und ich

Die kleine Moni konnte kaum richtig laufen, noch sprechen und wurde von ihrer Mama im Wohnzimmer kurz aus den Augen gelassen. Mit ihr im Wohnzimmer befand sich eine große Dose Nivea, wie sie ihre Mama schon immer benutzte. Es hat nicht lang gedauert und Klein-Moni hat sich die Dose geschnappt und war der Meinung, dass das Wohnzimmer doch einen neuen Anstrich gebrauchen könne (eventuell dachte sie auch, die Möbel hätten eine Portion Feuchtigkeit nötig). Als Mama also wieder ins Zimmer kam, traute sie ihren Augen kaum. Da saß Moni, glücklich lächelnd, in einem weißen Wohnzimmer, die Fäustchen nur noch Nivea-Klumpen und als solche gar nicht mehr zu erkennen. Das volle Ausmaß erkennt man auf dem Foto.

Niveaunfall

Wer will nicht mal in Creme baden, wie Cleopatra? Ich habe das damals schon teilweise verwirklicht. Zurückerinnert wurde ich an die Geschichte durch einen Gewinnspiel-Aufruf von Nivea. Falls ihr auch mitmachen wollt, schildert hier eure persönlichen Nivea-Story.