Fastnacht?

Helau. .. Haha!

Ich komme gerade von einem Umzug und mich packt die Wut. (Siehe letzter Post, den ich geteilt habe https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1011898862208855&id=100001662518573&from_close_friend=1&notif_t=close_friend_activity&ref=m_notif) Ich habe gehofft in solchen Zeiten Gehör zu finden, Gehör für Toleranz und Nächstenliebe. Nicht für solche Wagen. Als Kollektiv hat man eine Stimme und Macht und Kraft. Wenn diese so unterirdisch “genutzt” wird, lege ich mich traurig und mehr als enttäuscht ins Bett. Toleranz und Meinungsfreiheit? Ja, aber mit solch, scheinbar umjubelten Aussage: ich habe Angst um unser Land. Setzt endlich ein närrisches Zeichen: jeder Narr ist gleich, scheiß auf Herkunft, Farbe oder Kultur! Der Unterschied ist in unseren beschränkten Köpfen! Beschützt uns nicht vor “außen” sondern vor solch einem Kollektiv in unserer Mitte!

Vom Lesen

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Das Jahr 2016 soll bei mir mal wieder im Zeichen des Buches stehen. Lesen, schon immer meine Leidenschaft, nie aufgehört, doch dieses Jahr im Besonderen neu erwacht. Ich besitze 2016 so viele ungelesene Bücher wie noch nie. Das führt zu einer immensen Nervosität, da ich kaum abwarten kann, meine aktuellen Bücher fertig zu lesen, um die nächsten zu beginnen. Mit welchem macht man weiter, was lässt man liegen um stattdessen zu lesen. Ich bin dieses Jahr so weit, dass ich beinahe den kompletten Januar bereits vor der Arbeit meinen Tag mit mindestens einem Kapitel begonnen habe. Ja, es macht süchtig und ist gleichzeitig ein schöner Start in den Tag. Wenn ich nicht mehr schlafen kann: stehe ich eben auf und lese lieber, statt mich Stunden umherzuwälzen. Wenn wieder (wie fast immer) nur Mist im TV läuft: schnappe ich mir lieber mein Buch. So und so weiter. Zudem war ich durch diverse Krankheitstage im Januar besonders fleißig und habe 8 Bücher geschafft. Angespornt haben mich hierzu zwei Buch-Challenges, an denen ich dieses Jahr teilnehme und die mir schon im ersten Monat wirklich Freude bereiten.
Zum einen geht es da um die SuB Abbau Extrem Challenge 2016 von Brösels Bücherregal und eine private Challenge von Yvonne Trott auf Facebook. Beide gestalten sich unterschiedlich. Bei erstgenannter Challenge steht das Ziel im Vordergrund, die Bücherberge abzubauen, die man endlich mal lesen will. So musste man vorab ein Ziel festlegen, wie viele Bücher man pro Monat abbauen möchte (hat man 4 gelesen, aber 5 gekauft, hätte man einen negativ Abbau von –1, was eher schlecht wäre), zudem gibt es pro Monat eine Zusatzaufgabe, für die man Bonuspunkte erhält. Hier war mein erster Monat nicht so erfolgreich. Ich habe das Ziel von einem Abbau eines Buches pro Monat, habe 7 Bücher gekauft und 8 Bücher gelesen, bin also auf 1 gelandet.
Bei Yvonne´s Buch-Challenge hat man eine Liste mit 50 Aufgaben für 2016 erhalten, die man zu lösen hat. So soll man z.B. ein Buch lesen, welches mehr als 500 Seiten hat, in Hamburg spielt, ein schwarzes Cover hat, von einem bestimmten Verlag ist usw. Hier bin ich mit meinen sieben gelesenen Büchern im Januar weitaus erfolgreicher, schließlich habe ich so 7 Punkte gesammelt.
Wen interessiert, welche Bücher ich im Januar gelesen habe, der schaut einfach hier nach!

Bücherliste Januar

So, der erste Monat des Jahres ist vorüber und das waren die 8 Bücher, die ich gelesen habe (in gelesener Reihenfolge):

Enrico Bretschneider – Krähen und andere schwarze Geister

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Inhalt: 

Die Welt ist ein stiller Ort geworden. Menschen, Tiere und Gegenstände sind zu bewegungslosen Karikaturen des Lebens erstarrt. Die Zeit rückt nicht weiter, selbst das Rot der Abendsonne scheint unvergänglich.

Constantin Helada kommt in einem Krankenhaus zu sich und findet dort nur einen einzigen Menschen vor, der noch fähig ist, sich zu bewegen: Seine Freundin Konstanze Scheffer. Doch diese leidet an Katatonie und kann weder sprechen noch
gehen. In einem anderen Teil der erstarrten Stadt glaubt Arina Rosenberg, dass sie in der Welt der Toten sei und hier ihren verstorbenen Sohn finden könnte.
May-Lin Sun-Qian ist von der Menschheit enttäuscht, versteckt sich in einer verlassenen Bibliothek und züchtet Bücherwürmer. In einem Drogen- und Sexrausch verliert Ragna die Kontrolle über sein Handeln und gerät in die Fänge eines menschenverachtenden Clans. Inhalt

Eine lange Reise beginnt und verbindet die Schicksale dieser Personen. Einsame Orte, geräuschlose Straßen, kahle Strände, ein erstarrter Ozean und eine Oktoberdämmerung, die nie vergehen will, zeigen den Weg in eine Welt, in deren Mittelpunkt die Zeiten verschiedener Realitäten zusammenfließen.

Mein Eindruck:

Mit Beendigung des ersten Teils, habe ich mich bereits auf das zweite Buch des Autors gefreut. Selten hat es eine Geschichte in diesem Ausmaß geschafft, mir die fantasievollsten Welten vorzustellen. Zudem lese ich solche Romane eigentlich gar nicht, war aber wieder so begeistert, wie beim ersten Werk. Mich störte weder die Länge des Buches, noch habe ich an irgendeiner Stelle gedacht, wie langweilig es doch sei. Die Charaktere sind wundervoll geschildert und beleuchtet. Der Erzählstil so lebendig und wundervoll, dass ganze Welten im Kopf entstehen. Dabei stört es auch nicht, wenn man das erste Buch noch nicht gelesen hat, da relevante Teile der Geschichte erneut beschrieben werden. Dennoch würde ich empfehlen, beide zu lesen. Das Ende lässt auf weitere Geschichten hoffen.

 

Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

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Inhalt: 

„Ein ganzes halbes Jahr“, das hat er seiner Mutter versprochen, wird er seinen Entschluss überdenken. Wenn er dann seine Meinung nicht geändert hat, will er in einer Schweizer Klinik Sterbehilfe in Anspruch nehmen – und seinem Leben ein Ende bereiten. Wohlhabend, intelligent und mitunter zynisch: Das ist Will Traynor, 35 Jahre alt und seit zwei Jahren querschnittsgelähmt. Mit dem Verlust der Fähigkeit, sich zu bewegen, hat er auch die Lust am Leben verloren. Einen Selbstmordversuch hat er bereits hinter sich, als seine Mutter eine neue Pflegerin engagiert: Lou.

Mein Eindruck:

Eine Geschichte, die sich einfach so wegliest. Schöne Unterhaltung für zwischendurch. Die Story ist zwar vorausschaubar, aber dennoch hübsch zu lesen. Die Charaktere werden gut beleuchtet und haben beide ihre eigene Geschichte, die angerissen wird, bis sie zu einer Einheit gipfelt. Insbesondere die Problematik eines Gelähmten wird sehr gut beschrieben. Sorgen, Ängste, Probleme, die man von außen nicht bedenkt. Was anfangs als seichte Romanze scheint, wird doch noch ergreifend. Zwei Tränchen musste ich wegdrücken.

 

Dave Eggers – Der Circle

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Inhalt: 

Huxleys schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »weisen drei Männer«, die den Konzern leiten – wird die Welt eine bessere. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterne-Köche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles …

Mein Eindruck:

Erschreckend, wie viel davon doch schon wahr ist. Erhobener Zeigefinger, den hoffentlich einige sehen. Die Hauptperson ist mir jedoch zu platt, zu stumpf, zu naiv.

 

Harlan Coben – Ich finde Dich

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Inhalt:

Natalie war die Liebe seines Lebens. Doch sie hat ihn verlassen, hat wie aus dem Nichts einen anderen Mann geheiratet, und Jake Fischer war am Boden zerstört. Bei ihrem Abschied musste er Natalie zudem schwören, sie zu vergessen, sie nie mehr zu kontaktieren. Doch als sechs Jahre später etwas Unglaubliches geschieht, bricht Jake sein Versprechen – und macht sich auf die Suche nach ihr. Eine Suche, die seine eigene gutbürgerliche Existenz für immer zerstört. Und die ihm offenbart, dass die Frau, die er zu lieben glaubte, nie wirklich existiert hat …

Mein Eindruck:

Ich fand es unglaublich spannend und habe es in einem Rutsch fertig gelesen. Ein sympathischer Protagonist, der einfach nicht locker lässt – Spannung, Überraschung, Wendungen mit denen man nicht rechnet, ein plausibles Ende. So mag ich das.

 

Joe Hill / Stephen King – Vollgas

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Inhalt:

Das unerbittliche Kräftemessen zwischen einem Trucker und einer verbrecherischen Motorradgang in der Wüste von Nevada.

Mein Eindruck:

Kurz und schmerzlos. Spannend von der ersten Seite an. Nicht zu viel Informationen, knapp auf den Punkt. Fesselnd in einem Rutsch gelesen. Vollgas, besser hätte man es nicht nennen können. Man ist sofort in der Geschichte drin und kommt erst mit Zuschlagen des Buches wieder heraus.

 

Katja Hünniger – Gefühlskind

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Inhalt:

Nach vielen Jahren der Verzweiflung, befreit sich die junge Mutter Kaja von ihren Fesseln und löst damit eine familiäre Tragödie aus; sie findet ihren Ehemann erhangen am Dachbalken.
In dem nun beginnenden Kampf für ihre Kinder und um ihr Anders-Sein, überschreitet Kaja die Grenzen zwischen Leben und Tod, Liebe und Schmerz; wird bei ihrer temporeichen Reise durch das Leben mit Morddrohungen konfrontiert und muss auf der Flucht auch noch befürchten, ihre Kinder zu verlieren.

Mein Eindruck:

Sehr mitnehmend. Das Buch beginnt und man erwartet etwas völlig anderes. Wüsste man nicht, dass das Buch autobiografisch ist, würde man kaum vermuten, dass so eine Story wahr sein kann. Fesselnd in einem Rutsch durchgelesen, mit sehr angenehmer Sprache vefasst. Ich warte auf die Fortsetzung!

 

Christoph Scholder – Oktoberfest

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Inhalt: 

Das Gas wirkte in Sekunden. Plötzlich war es in dem riesigen Bierzelt still. Totenstill.
Der zweite Wiesn-Sonntag. Weiß-blau erstreckt sich der Himmel über München, Tausende strömen auf das größte Volksfest der Welt. Partystimmung, so weit das Auge reicht, ausgelassen tanzen die Leute in den riesigen Zelten. Niemand ahnt, dass dieser Nachmittag um exakt vier Minuten vor sechs in einem Höllenszenario enden wird. Denn genau zu diesem Zeitpunkt gibt Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Elite-Soldateska, seinen Männern den Befehl, das Betäubungsgas im ersten Bierzelt freizusetzen. Und das ist erst der Anfang: Schlag auf Schlag geht es weiter, 70 000 Menschen werden zu Geiseln in einem hochriskanten Spiel auf Leben und Tod …

Mein Eindruck:

Wow! Einfach nur wow! Eine Szenerie, die aktueller kaum sein könnte, Terrorismus, direkt vor der Haustür in unglaublichem Ausmaß. Ein wahrer Schocker, wahnsinnig spannend und mit sehr interessanten Hintergrundinformationen. Man kann sich direkt vorstellen, wie es sein könnte und DASS es sein könnte. Hat mich beeindruckt und ist im Januar meine absolute Weiterempfehlung!

 

Christoph Meckel – Licht

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Inhalt: 

“Dieses Buch, das in einer hochpoetischen, von Leidenschaft durchglühten, Sprache geschrieben ist, zu loben oder nicht zu loben, fällt gleichermaßen schwer. Denn das Erstaunen überwiegt das Entzücken, die Nachdenklichkeit jede ablehnende oder zustimmende Empfindung. Wie ist das möglich bei einer Erzählung, die von nichts anderem erzählt als einer Liebe? Was Fremdheit unter Menschen ist, hier unter Liebenden, kann wohl nicht schockierender erzählt werden. Meckel will sagen: Wir kennen einander nicht. Licht ist Blendung. Die Nachdenklichkeit, die zurückbleibt, entkräftet die formalen Einwände. Meckel war nie besser als in diesem gegen alle Vernunft konzipierten Buch.”

Mein Eindruck:

Etwas ganz anderes. Aber nicht so richtig mein Fall. Der Erzählst ist sehr blumig und bildhaft. Lange bunte Sätze reihen sich aneinander. Man weiß bis zum Ende nicht so richtig, wohin die Reise gehen soll. Es war nicht schlecht, aber auch nicht der Reißer. Sehr abruptes Ende.

 

Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

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Inhalt:

Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen. Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen …

Mein Eindruck:

Bekannte Fitzek-Manier, klasse Schreibstil, voller Überraschungen und Spannung. Absolut nicht voraussehbar, ich habe mich selbst dabei erwischt, wie ich zweimal laut und ungläubig: “NEIN!” gerufen habe. Er hat´s halt einfach drauf!

 

 

Wer jetzt genau gezählt hat, kommt nicht auf acht sondern auf neun Bücher. Das liegt an der Kurzgeschichte “Vollgas”, die ich nicht als vollwertiges Buch rechnen kann!

No. 27 | 365 Wunschgedanken

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„Wer in sich geht, kann mehr aus sich herausholen.“

Ich liege im Bett. In meinem Bett. Ganz flach auf dem Rücken, eins mit der Matratze, die sich an meinen Körper schmiegt. Ich bin regungslos. Ich habe die Augen geschlossen. Die Arme sind neben meinem Körper abgelegt. Ich fühle mich unwirklich an. Mein Herz rast so schnell, dass meine Gedanken kaum hinterher kommen. Ich versuche einzuschlafen, doch mein Puls erschwert das Vorhaben. Ich fühle mich, als ob ich aus meinem Körper austrete und über meinem Kopf in einer elliptischen Umlaufbahn rasend schnell umherkreise. Mir wird ganz schwindelig. Ich kann die Situation nicht greifen. Bin wie weggetreten. Und immer weiter dieses Herzrasen. Begleitet von einem unangenehmen Kribbeln, welches sich bis in die Fingerspitzen ausdehnt.
Irgendwann hat mein Körper Mitleid und lässt mich in einen tiefen Schlaf fallen, aus dem ich lange brauche, wieder aufzuwachen. Der Kreislauf möchte nicht mit aufstehen, ans Licht muss ich mich langsam wieder gewöhnen. Die Phase dauert viele Minuten.

Spätestens jetzt erinnere ich mich wieder daran, dass gesund werden ein anstrengender Prozess ist. Ein Prozess, den man zulassen muss. Der seine Zeit dauert, dich aber voran bringt. Der Körper wird nicht nebenbei gesund, er brauch Kraft dazu, Zeit und Ruhe. Innerlich, wie äußerlich.

Ich versuche mein Bestes und werde gestärkt daraus

hervor gehen.

Deichkind in Fulda – So war´s!

Als klar war, dass Deichkind nach Fulda kommen, habe ich mir ziemlich schnell Karten besorgt. Ich bin kein Riesen-Fan der Musik, habe sie aber bereits auf einem Festival gesehen und war absolut begeistert von der Bühnenshow. Ich war gespannt, ob das auch so werden würde, wenn man sie in einer Halle sieht und was soll ich sagen: ich wurde nicht enttäuscht.
Gestern gab´s in der Esperantohalle im Zuge der „Niveau Weshalb Warum“-Tour wortwörtlich Remmi-Demmi. Die Jungs wissen sich in Szene zu setzen und eine exzellente Show für´s Auge zu bieten. Dabei interessiert nicht, ob nun Teil-Playback gesungen wird oder nicht. Auf der Bühne gibt es zu jedem Song etwas anderes zu sehen. Dabei sind nicht nur die großen  Boxentürme illuminiert und tanzen ihre eigene Choreografie, sondern auch die Akteure selbst leuchten ins Dunkel und tragen eine Lichtshow am eigenen Körper. Dazu kommt, dass wunderbar mit dem Publikum agiert wird, welches für das eher zurückhaltende Fulda wirklich schnell und euphorisch mitgeht. Ob von der Bühne angesprochen, durch die Fans laufend oder mithilfe eines Schlauchbootes und Fasses durch die Menge surfend, man fühlt sich als Zuschauer einfach immer ganz nah dabei und voll mitgenommen. Das kommt natürlich an und sorgt für ausgelassene Feierstimmung der rund 3000 Anwesenden. Und das an einem Montagabend.
Auch als weniger versierter Zuschauer bin ich wirklich auf meine Kosten gekommen und habe kein Lied vermisst. Deichkind macht Laune!
Fazit: Leider geil!
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No. 26 | 365 Wunschgedanken

„Ein Minus an Geduld führt unweigerlich zu einem Plus an Ärgernissen“

Ich bin aktiv in einem Karnevalsverein tätig. Der Verein unterstützt uns in Kostenfragen, wo es nur geht. Einen Teil unseres Kostüms müssen wir jedoch selbst bezahlen. So z.B. auch unseren Gardegut, der mit seinen empfindlichen Federn keinesfalls nass werden sollte. Deshalb sieht man auch oft Gardemädchen mit diesen durchsichtigen Plastik-Überziehern auf dem Kopf umherlaufen. Ich habe meist eine solche Tüte einstecken, falls es mal zu Regen kommen sollte. Doch diesen einen Sonntag war alles anders.

Ich verließ das Haus bei beinahe wolkenlosem Himmel. Ich war bereits komplett angekleidet und ein wenig spät dran. „Ach, heute regnet es nicht, ich gehe schnell los“ – dachte ich so bei mir, wurde jedoch eines besseren belehrt. Als der Bus uns in den Abend entließ, regnete es in Strömen und ich stand vor dem Heimkommen-Problem. Ungeduldig versteckte ich den Hut so gut es ging unter meiner Jacke und rannte so schnell ich konnte los Richtung Heimat. Weit gekommen bin ich jedoch nicht. Dafür bin ich würdevoll über meine eigenen Füße gestolpert (der Regen und die äußerst ausgeprägte Sohle der Gardestiefel taten wohl ihr Bestes) und habe mich so lang ich bin (immerhin 175 cm) auf den Boden gelegt.
Um den peinlichen Moment möglichst kurz zu halten, sprang ich wie von der Tarantel gestochen wieder auf und rannte weiter. Erst da traute ich mich, nach unten zu schauen und sah das Ausmaß des Sturzes. Die Strumpfhose war zerfetzt, Hautlappen hingen an den Rändern herunter. Die Hände konnten den Hut kaum noch richtig halten ohne ihn mit Blut zu beschmieren. Laut vor mich hinfluchend, rannte ich dem Regen davon.

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Nachdem ich zuhause alle Wunden ausgewaschen und verbunden hatte, lies das Adrenalin im Körper nach und der Schmerz kam an die Oberfläche. Ich lenkte mich ab, indem ich Tatort schaute, schlief dabei jedoch ein. Als ich wieder aufwachte und in mein Bettchen verschwinden wollte, merkte ich einen fremden Schmerz in der Seite, dachte jedoch, ich habe mich beim Sofaschlaf verlegen. Erst am nächsten Tag merkte ich, dass da mehr sein musste. Nach einem halb absolviertem Arbeitstag suchte ich den Arzt auf und bekam bestätigt, dass ich mir die Rippen angeknackst oder gebrochen hatte (was ich nicht alles per pedes schaffe). Mit der fröhlichen Botschaft, nun circa 3 Monate mit Schmerzen beschäftigt zu sein, trottete ich nach Hause. Die Schmerzen wurden in den ersten anderthalb Wochen stetig stärker. Juchuuuu!

Die Fastnacht ist für mich dieses Jahr weitestgehend „gelaufen“ (haha). Dennoch versuche ich das Positive zu sehen und bin dankbar, dass es mir nicht während des Sommers passiert ist. Nun verbringe ich meine Freizeit eben mit lesen, liegen, Serien schauen… Und sorge so gleichzeitig mit der fehlenden Bewegung und dem fleißigen Futtern für eine Sicherheits-Fettschicht um mein Knochengerüst bei weiteren Stürzen zu schützen.

Hätte ich Ruhe bewahrt, wäre geduldig mit der Schutztüte los oder eben nicht wie gestört gerannt, könnte ich mich gerade auch anständig ohne Schmerzen bewegen und feiern, aber diese Erkenntnis ist im Nachhinein eben zu spät.

Immerhin: Irgendwie habe ich es auch geschafft, nur meine Jacke und nicht meine Uniform vollzubluten. Und das wichtigste: Dem 120 €-Hut ist nichts passiert! Yeah!

“Friede sei mit dir”

„Friede sei mit Dir“

Er stand souverän wie immer hinter dem Lehrerpult. Ich stand mutmaßlich eingeschüchtert davor. Wie ich dort hingekommen bin, entzieht sich meiner Erinnerung. Ich war auf einmal da. Alle Augen waren auf mich gerichtet und warteten darauf, dass ich meine Hausarbeit abgebe. Das Pamphlet von 12 Seiten hatte ich bereits in der Hand, das zugehörige, gestaltete Heftchen dazu fehlte mir.

„Sie wissen, dass heute der letzte Abgabetermin ist? Ihre Zeit endet in 10 Minuten!“ Da stand er, mager, mit weißem Haar und Äderchen durchzogener Nase. Er war keine Schöhnheit, aber er hatte das gewisse Etwas. Bestimmt nicht für viele – aber für mich.
Mein Herz klopfte, was jedoch nicht an dem verschwundenen Heftchen lag. Sein Blick, mit dem er mich bedachte, fuhr mir durch Mark und Bein. Für Außenstehende mag es nach Schärfe und Unnachgiebigkeit ausgesehen haben, doch ich wusste mehr. Er forderte mich heraus, machte sich einen Spaß daraus, mich zittern zu sehen. Jedoch nicht auf die Art, die ein Lehrer zu seinem Schüler an den Tag legen sollte. Doch das sah außer mir niemand.

„Herr Friede, ich habe es wirklich ausgearbeitet, vermutlich liegt es noch zu Hause. Wenn Sie mich vom Unterricht freistellen, bin ich noch vor dem Pausengang inklusive Heftchen zurück!“ Zugegeben, das war frech. Doch das mochte er, das wusste ich. Kaum jemand traute sich, solche Worte zu ihm zu sagen, der Großteil der Schüler bedachte ihn mit Respekt und Ehrfurcht. Doch ich sah andere Dinge, wenn ich in seine Augen schaute. So stand ich vorm Lehrerpult, hielt seit Minuten seinem strafenden Blick stand und legte ein spitzbübisches Lächeln in meine großen, treuen Kulleraugen, die mit ihm spielten. Aus der Klasse war kein Ton zu hören.

„Alle anderen beginnen das dritte Kapitel zu lesen! Und nun zu Ihnen Frau Krafzik!“ Er bedeutete mir mit seinem Blick ein wenig näher zu kommen und zischte mir ins Ohr „Wenn Du nicht sofort aufhörst mich so anzuschauen..“ Er stockte und ich wartete auf eine Forderung. Doch er beendete den Satz nicht. Sein durchdringender Blick schien bis in mein Innerstes zu fahren. Ich grinste ihn frech an, täuschte mit meinen Lippen einen flüchtigen Kuss an und ging ohne ein weiteres Wort zu meinem Platz.

Auch ich holte das Buch hervor und begann das dritte Kapitel zu lesen. Ich tat zumindest so, denn von Konzentration war keine Spur. Über den Buchrücken behielt ich ihn im Auge, ich wusste er spürte es, auch – oder gerade weil er nicht mehr in meine Richtung schaute.

Als ich am Ende der Stunde, nach völligem Ignorieren seinerseits, das Buch in meiner Tasche verstauen wollte, blickte das verschollen geglaubte Heftchen aus einer Seitentasche hervor. Ich wartete, bis alle das Klassenzimmer verlassen hatten, ging mit durchgestrecktem Rücken und wiegendem Gang auf ihn zu und legte ihm das Heftchen auf den Pult. Ich war mir meiner Ausstrahlung und meines weiblichen Körpers durchaus bewusst. Er griff sich an seinen Kragen, zog ihn ein wenig vom Hals fort und schluckte. Sein Adamsapfel hüpfte dabei. Erwartungsvoll blickte er mich an.
„Danke für Ihr Verständnis, Herr Friede. Ich werde Sie in mein Nachtgebet mit einschließen!“

Friede sei mit dir.